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Déborah Lukumuena Die Anspruchsvolle

aus DER SPIEGEL 31/2022
Foto:

Berzane Nasser / abaca press / ddp

Sie gilt in Frankreich als eine der Besten ihrer Generation: Déborah Lukumuena, 27, war mit 22 Jahren die jüngste Schauspielerin, die einen César als beste Nebendarstellerin ver­liehen bekam. Und die erste Schwarze war sie auch. Statt nach dem Überraschungserfolg in »Divines« auf weitere Engagements zu setzen, nahm Lukumuena drei Jahre klassischen Schauspielunterricht in Paris. Jetzt versucht sie sich zum ersten Mal in der englischsprachigen Filmwelt – und hat gleich eine Art Seelenverwandte getroffen, wie der »Guardian« berichtet. Lukumuena drehte mit der Filmemacherin Adura Onashile in deren Heimatstadt Glasgow. »Girl« ist der erste Spielfilm der jungen Regisseurin, Lukumuena war begeistert, daran teilzuhaben: »Das ist aufregend. Etwas, das nie wieder passiert, da ist Spannung und eine besondere Energie im Spiel«, sagte sie dem »Guardian«. Mit Onashile fühlte sie sich während der Arbeit sehr verbunden; sie war die erste schwarze Regisseurin, mit der sie gearbeitet hat: »Ich habe jemanden gefunden, der mich auf die gleiche Weise wahrnimmt, wie ich ihn, weil wir uns ähnlich sehen.« Im Moment arbeitet Lukumuena an der Fertigstellung ihres ersten Kurzfilms, für den sie das Drehbuch schrieb, Regie führte und die Hauptrolle übernahm: »Eine junge, dicke, schwarze Frau, die nicht repräsentiert ist« in den dominanten kulturellen Normen, aber zu sich selbst findet, zu ihrem Körper und ihrer Sexualität, so beschreibt sie die Rolle. Man darf annehmen, dass der Film autobiografisch inspiriert ist. Lukumuenas Anspruch an gute Drehbücher, so der »Guardian«, sei hoch. Das Infragestellen von ästhetischen Konventionen und der Fixierung auf dünne Körper gehöre für sie dazu.

KS
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