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15. Mai 2019, 08:12 Uhr

Delfin in der Kieler Förde

"Schwenteeny" wird immer zutraulicher

Whale-Watching an der Kieler Förde: Seit mehreren Wochen taucht ein Delfin immer wieder nahe der Schwentinemündung auf - und sucht jetzt immer häufiger die Nähe zu Menschen.

Bereits seit April treibt sich ein etwa zwei Meter langer Delfin im Mündungsbereich der Schwentine herum, weshalb er von Fans bereits den Spitznamen "Schwenteeny" verpasst bekam. Weil der Meeressäuger häufig zwischen Seefischmarkt und Hafendampferbrücke auftaucht, kommen immer mehr Fotografen und Whale-Watcher dorthin.

Das Tier verhalte sich etwas auffällig, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei in Kiel. "Es schwimmt immer im Kreis." Vom Wasser aus beobachtete am Dienstagnachmittag auch ein Kajak-Fahrer den Delfin. Der ließ ihn gewähren: "Ich habe das Gefühl, er wird immer zutraulicher", sagte der Mann.

Ein Kieler Fotograf postete ein Bild, auf dem laut seiner Aussage "Schwenteeny" zu sehen sein soll.

Solange das Tier genügend Nahrung findet, wird es Meeresbiologen zufolge auch in der Förde bleiben. Mit Beginn der Kieler Woche im Juni dürfte es aber selbst diesem so zutraulichen Delfin mit dem Trubel zu viel werden.

Bereits 2016 hatte ein Delfin namens Freddy Touristen und Einheimische einen ganzen Sommer lang unterhalten. Weil Neugierige damals in einem Schleusenbereich nahe dem Nord-Ostsee-Kanal baden gingen, um dem Tier besonders nahe zu kommen, musste die Wasserschutzpolizei eine Warnung aussprechen. Das Baden nahe Schleusen ist untersagt.

Gemeine Delfine wie "Schwenteeny" kommen in vielen Regionen der Erde vor. Es gibt sie im Mittelmeer, im Nordostatlantik und im Pazifik. In den Gewässern um Europa ist diese Art die häufigste Delfinspezies, allerdings hält sie sich nur selten in Küstennähe auf.

Warum die Meeressäuger sich immer wieder in die Ostsee verirren, ist nicht klar. Einige Experten gehen davon aus, dass sich schlicht das Meldesystem verbessert hat und die Delfine auf diese Weise häufiger gesehen werden, eigentlich aber gar nicht öfter da sind als früher. Andere Wissenschaftler vermuten, dass steigende Wassertemperaturen die Tiere in die Ostsee locken.

ala/dpa

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