Tierschutz New York verbannt Foie Gras

Für die einen ist es eine Delikatesse, für andere schlicht Tierquälerei: Die Stadt New York hat nun den Verkauf von Stopfleber verboten.

L214 - Ethique & Animaux

Ein Erfolg für Tierschützer, eine Niederlage für Feinschmecker: New York verbannt die umstrittene Delikatesse Foie Gras. Der Stadtrat der US-Metropole stimmte am Mittwoch für ein Gesetz, wonach der Verkauf von Stopfleber von Oktober 2022 an verboten wird. Bei Zuwiderhandlungen sollen dann Strafen zwischen 500 und 2000 Dollar pro Verstoß drohen. Das Gesetz muss noch von Bürgermeister Bill de Blasio unterzeichnet werden.

"Das ist ein historischer Tag für die Rechte von Tieren in New York City", sagte Matthew Dominguez von der Tierschutzgruppe "Wähler für die Rechte von Tieren". Foie-Gras-Produzenten kündigten dagegen juristische Schritte gegen das Verbot an.

Zwangsfütterung über mehrere Wochen

"Wir werden ihnen vor Gericht einen kräftigen Tritt in den Hintern geben", sagte die Gründerin des Produzenten Hudson Valley Foie Gras, Izzy Yanay. "Ich habe 400 Leute, die seit 30 Jahren für mich arbeiten. Auf diese Menschen kommt eine Tragödie zu." Erst im Januar hatte das Oberste Gericht der USA ein Verbot von Stopfleber im Bundesstaat Kalifornien nach einem 15-jährigen Rechtsstreit bestätigt.

Während Foie Gras bei Feinschmeckern als Delikatesse gilt, kritisieren Tierschützer, dass Enten und Gänse bei der Mästung leiden müssen: Vor der Schlachtung werden die Tiere über mehrere Wochen mit Getreide zwangsgefüttert, bis ihre Lebern völlig verfettet auf ein Vielfaches angeschwollen sind.

In Frankreich ist die Stopfmast seit 2006 vor Verboten geschützt: Foie gras wurde damals zu einem "Teil des kulturellen und gastronomischen Erbes" erklärt. Die Stopfleber gehört für viele Franzosen zum traditionellen Weihnachtsessen. In manchen Ländern ist die Herstellung von Foie gras bereits verboten, unter anderem in Dänemark, Großbritannien und Australien.

Die Stadt verbannt auch Schimpfwörter

Es ist nicht das einzige Verordnung, mit der die Stadtverwaltung von New York in jüngster Zeit Schlagzeilen machte. Mitte Oktober hatte die Stadt am Hudson die Diskriminierung von Immigranten unter Strafe gestellt: Wer die Worte "Illegaler" oder "illegaler Ausländer" herabwürdigend verwendet, dem droht fortan eine Geldstrafe von bis zu 250.000 Dollar.

Anfang des Jahres hatte der städtische Ausschuss für Menschenrechte entschieden, dass die Bewohner der Stadt künftig nicht mehr wegen ihrer Frisur benachteiligt oder beleidigt werden dürfen.

insgesamt 41 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
smokinglady 31.10.2019
1. Klassische Tierquälerei
Gänse zu stopfen ist einfach nir Tierquälerei. Ich würde so etwas niemals essen! Das gehört einfach überall verboten. Weshalb ein krankhaft verändertes Organ eine Delikatesse sein soll, ist mir ohnehin ein Rätsel!
Reiner Geist 31.10.2019
2. Fettleber
Wünsche jedem, der durch seinen Konsum solche Tierquälerei unterstützt die entsprechenden Leberwerte.
In Kognito 31.10.2019
3. 1x probiert - Pures Fett!
Jede gute "Pomersche" ist schmackhafter. Stopfleber ist Tiermisshandlung und hat nichts mit Nahrungsgewinnung" zu tun. Wer Fett haben will, soll Fett essen, aber nicht aus einer kranken Leber.
brux 31.10.2019
4.
Zitat von smokingladyGänse zu stopfen ist einfach nir Tierquälerei. Ich würde so etwas niemals essen! Das gehört einfach überall verboten. Weshalb ein krankhaft verändertes Organ eine Delikatesse sein soll, ist mir ohnehin ein Rätsel!
Rätsel lösen sich oft durch Bildungsanstrengungen. Die Fettleber bei Gänsen und Enten ist ein natürliches Phänomen, wenn die Tiere ein Überangebot an Nahrung finden. Sie kennen nämlich das Empfinden von Sattsein nicht und fressen immer weiter. Dieser Effekt wird durch die Mast nur verstärkt und in Frankreich finden Sie auch Kleinbetriebe, die das noch handwerklich machen. Als Deutscher in Frankreich empfinde ich moralische Belehrungen aus Deutschland oder den USA zu Nahrungsmitteln eher drollig. Die USA haben überhaupt keine gastronomische Kultur und die Deutschen essen immer noch sehr viel industriellen Dreck aus der Massentierhaltung. Hauptsache billig.
Trockenfisch 31.10.2019
5. Na ja,
im Sinne derer die sagen Deutschland müsste mit Klimarettung erst anfangen, wenn die andern dies auch tun, könnte man sagen solange es in Frankreich normal ist an Feiertagen dieses Zeug auf den Tisch zu bringen und zwar in jeder Familie die auf sich hält ist dies nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Stimmt auch! Aber!! Jedes Verbot und jeder Verzicht weicht die harte Stellung der Franzosen ein wenig auf und irgendwann wird auch Frankreich erkennen das es so nicht weiter geht. Allerdings sollten wir hier in D nicht jubeln, sondern uns darum sorgen das es unseren Tieren auch besser geht. Viel zu viele Mastbetriebe sind nicht viel besser als Gänsestopfereien, was meines Wissens auch nicht in Frankreich passiert, die lassen das wohl die Chinesen machen, aber der Markt scheint in Frankreich zu sein. Wenn die das Zeug nicht mehr kaufen hören die Chinesen auf mit Stopfen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.