Ebola-Epidemie im Kongo Hilfsorganisationen prüfen Missbrauchsvorwürfe gegen Mitarbeiter

Mehr als 50 Frauen aus dem Kongo geben an, von internationalen Helfern in der Ebola-Epidemie sexuell ausgebeutet oder missbraucht worden zu sein. Die Organisationen wollen die Fälle nun untersuchen.
Helfer im Kongo mit Ebola-Schutzanzug (Archivbild): Mehr als 50 Frauen werfen Mitarbeitern von Hilfsorganisationen Missbrauch oder Ausbeutung vor

Helfer im Kongo mit Ebola-Schutzanzug (Archivbild): Mehr als 50 Frauen werfen Mitarbeitern von Hilfsorganisationen Missbrauch oder Ausbeutung vor

Foto: Baz Ratner / REUTERS

Nach Missbrauchsvorwürfen gegen Helfer während der Ebola-Epidemie im Kongo wollen die beschuldigten Hilfsorganisationen diesen nachgehen. Man habe "sofort eine international geführte Untersuchung eingeleitet", als man das erste Mal auf die Vorwürfe aufmerksam gemacht worden sei, teilte etwa World Vision mit. Diese dauere noch an.

Die Nachrichtenseite "The New Humanitarian" hatte zuvor mit der Thomson Reuters Foundation einen Bericht veröffentlicht, wonach 51 Frauen im Kongo Ebola-Helfern sexuelle Ausbeutung und Missbrauch zwischen 2018 und 2020 vorgeworfen haben. Mindestens 30 Beschwerden gingen demnach allein auf Mitarbeiter der WHO zurück.

Zugleich richteten sich die Vorwürfe laut der Nachrichtenagentur Reuters jedoch auch an Mitarbeiter der Uno-Kinderhilfsorganisation Unicef, Oxfam, der Internationalen Organisation für Migration (IOM), Médecins Sans Frontières (MSF), World Vision und der in Senegal ansässigen Wohltätigkeitsorganisation ALIMA.

Hilfsorganisationen erhielten über eigene Meldesysteme offenbar keine Beschwerden

Die WHO erklärte bereits, man werde die Anschuldigungen rigoros prüfen. World Vision stellt nach eigenen Angaben verschiedene Melde- und Beschwerdemechanismen zur Verfügung. Daher sei man "äußerst besorgt zu hören, dass Frauen sagen, sie seien nicht in der Lage, über Erfahrungen von Missbrauch und Ausbeutung zu berichten". Auch MSF habe Melde-Mechanismen; diese hätten keine Beschwerden erhalten, die zu den im Bericht beschriebenen Umständen passen würden, hieß es.

MSF teilte mit, man nehme Anschuldigungen des sexuellen Missbrauchs und Ausbeutung ernst. Von Unicef hieß es, man habe drei Vorwürfe der sexuellen Ausbeutung und des Missbrauchs gegen Partnerorganisationen im Kongo erhalten, zwei davon würden intern untersucht. Die Opfer würden psychologische und medizinische Hilfe erhalten.

Von August 2018 bis Ende Juni dieses Jahres herrschte im Ostkongo eine verheerende Ebola-Epidemie. 3481 Menschen erkrankten und 2299 Menschen starben. Der bislang zehnte Ebola-Ausbruch in dem zentralafrikanischen Land war besonders schwer in den Griff zu bekommen, weil in der betroffenen Region Konflikte herrschen. Derzeit gibt es im Westkongo eine neue Ebola-Epidemie.

fek/dpa/Reuters