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PSYCHOLOGIE Der glückliche Konsument

aus DER SPIEGEL 4/2004

Wer seine Stimmung durch eine Shoppingtour heben will, sollte eher Konzertkarten kaufen statt Pullover oder Schuhe. Dies ist das Ergebnis einer Studie zweier amerikanischer Psychologieprofessoren. Leaf Van Boven von der Colorado-Universität in Boulder und Thomas Gilovich von der Cornell-Universität hatten sich gefragt, was Menschen glücklicher macht: der Kauf von Waren, die neue Erfahrungen versprechen, oder der Kauf von Waren, die in erster Linie den Besitz vermehren. Sie ließen 1279 Erwachsenen diese Frage stellen, und eine deutliche Mehrheit der Interviewten antwortete: Güter, die Erfahrungen möglich machen, sind kostbarer als Güter, die vor allem gekauft werden, um sie zu besitzen. Van Boven erklärt dieses Phänomen mit der Tatsache, dass Erfahrungen im Laufe der Zeit wertvoller werden können, auf materielle Güter treffe das nur selten zu. »Wir definieren und konstruieren unsere Erfahrungen, wenn wir sie erzählen. Auf diese Weise werden die Erfahrungen und Erlebnisse ein Teil unseres eigenen Ichs«, sagt Van Boven.

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