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PSYCHOLOGIE Der Obama-Effekt

aus DER SPIEGEL 8/2009

Wie ein Mantra hat Barack Obama ihn wiederholt, seinen Wahlkampfslogan »Yes, we can«, und es scheint mehr zu sein als nur ein Spiel mit Worten. Wissenschaftler der Vanderbilt-Universität in Nashville belegen schon jetzt einen positiven »Obama-Effekt« auf Selbstbewusstsein und Leistungen von schwarzen US-Amerikanern: Das Forscherteam wertete Eignungstests von 472 Amerikanern im Alter von 18 bis 63 Jahren aus, wobei den Kandidaten suggeriert worden war, es handele sich um einen Vergleichstest zwischen Schwarzen und Weißen. Geprüft wurde im vergangenen Sommer, Weiße beantworteten 13 von 20 Fragen korrekt, Schwarze nur 8,5. Dann wurde erneut geprüft, nach Obamas Nominierung und dem Wahlsieg: Afroamerikaner hatten sich deutlich verbessert, von einem Rassenunterschied, so die Forscher, könne keine Rede mehr sein. Sie erklären dieses Phänomen mit der Angst, bestimmten Stereotypen zu entsprechen. Das sei so, als sage man Mädchen, wir wollen prüfen, ob ihr besser seid in Mathe als Jungs - mit dem Ergebnis, dass sich Mädchen unter Druck gesetzt fühlen und versagen. Ein schwarzes Vorbild wie Obama mache selbstbewusst und helfe dabei, diese Angst zu überwinden.

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