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08. September 2016, 13:32 Uhr

DLRG-Bericht

Alarmierende Zahl von Badetoten

Mehr als 400 Menschen sind seit Jahresbeginn in Deutschland ertrunken. Laut DLRG sind Flüchtlinge besonders gefährdet.

Die Zahl der Menschen, die in Deutschland beim Baden sterben, steigt. Seit Jahresbeginn sind mindestens 425 Menschen ertrunken, 46 mehr als in den ersten acht Monaten 2015. Das sei die höchste Zahl an Badetoten in diesem Zeitraum seit acht Jahren, teilte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) im niedersächsischen Bad Nenndorf mit.

Weil aktuell vielerorts wieder bestes Badewetter herrscht, rechnet die DLRG für das gesamte Jahr 2016 mit einem noch deutlicheren Anstieg der Todesfälle. Die Unfälle passierten meist in unbewachten Binnengewässern wie Seen und Teichen. Demgegenüber sind die Küsten von Nord- und Ostsee laut DLRG relativ sicher, weil die Badestellen von Mitte Mai bis Mitte September von Rettungsschwimmern bewacht werden. Im Meer starben bis Ende August 17 Menschen.

Flüchtlinge besonders gefährdet

Als besondere Risikogruppe sehen die Lebensretter Flüchtlinge. Seit Januar ertranken 56 Asylsuchende, mehr als doppelt so viele wie im gesamten Jahr 2015. Die DLRG habe bereits reagiert, sagte Präsident Hans-Hubert Hatje: "In diesem Sommer haben wir kurzfristig Baderegeln als Piktogramme erstellt und den Kommunen wie Städten kostenlos zur Verfügung gestellt."

Vermutlich, weil die Monate Juni bis August diesmal nicht so heiß waren wie 2015, sank in dieser Zeit die Zahl der Todesfälle im Vergleich zum vorigen Sommer. "Der durchwachsene August hat verhindert, dass noch mehr Menschen ertranken", sagte Hatje.

Bei der Geschlechterverteilung zeigte sich ein bekanntes Bild: 76 Prozent der Opfer waren männlich. Bei ihnen seien häufig Selbstüberschätzung, Leichtsinn und oft auch Alkohol die Gründe für das Ertrinken, hieß es.

Erstmals seit Jahren kamen wieder mehr Vorschulkinder ums Leben. In dieser Altersgruppe starben 15 Jungen und Mädchen, sechs mehr als im Vorjahr. Bei den Grundschulkindern stieg die Zahl der Opfer um vier auf zwölf. In der Gruppe der 11- bis 14-Jährigen ertranken neun Jugendliche mehr als im Vorjahreszeitraum. DLRG-Präsident Hatje kritisierte: "Diese Zahlen sind das Ergebnis der Bäderschließungen und damit verbundenen Ausfälle von Schwimmunterricht an den Schulen."

cnn/dpa

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