Dianas Geständnisse "Ich brauche eine zweite Ehe wie 'nen Pickel im Gesicht"

Vor dem Londoner Gericht, das die Todesumstände Prinzessin Dianas untersucht, lösen sich Verschwörungstheorien zunehmend in Nichts auf. Heute erteilte eine enge Vertraute Dianas Gerüchten eine Absage, wonach die Verstorbene ihren nicht-standesgemäßen Geliebten habe heiraten wollen.


London - Die gerichtliche Untersuchung kam maßgeblich auf Betreiben des Londoner Unternehmers Mohammed al-Fayed zu Stande. Dessen Sohn Dodi starb in der Limousine, die in der Nacht zum 31. August 1997 im Pariser Alma-Tunnel gegen einen Pfeiler krachte. Diana, die nicht angeschnallt gewesen war, erlag kurz darauf im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen.

Seitdem versucht al-Fayed, die Todesfälle als Ergebnis eines von langer Hand geplanten Mordkomplotts darzustellen: Diana und Dodi hätten sich mit Heiratsabsichten getragen, Diana sei gar schwanger gewesen. Da dass britische Establishment keinen Muslim als Stiefvater von Dianas Sohn William, Englands künftigem König, dulden wollte, habe der britische Geheimdienst das Paar auf Geheiß von Queen-Gemahl Prinz Philip getötet.

Was jetzt allerdings vor Gericht zu hören ist, lässt dieses Szenario als wenig glaubhaft erscheinen: Keineswegs habe Diana geplant, Dodi zu heiraten, sagte ihre Freundin Lady Annabel Goldsmith heute aus. Diana habe ihr gesagt, sie brauche eine zweite Ehe "wie einen Pickel im Gesicht".

Nie werde sie diese Worte Dianas vergessen, sagte Goldsmith, 73, aus. Es sei das letzte Thema gewesen, worüber sie sich mit Diana unterhalten habe. Zwar habe Diana, die Dodi al-Fayed im Sommer ihres Todes kennengelernt und Urlaubstage im Mittelmeer mit ihm verbrachte, diesen geschätzt - mehr aber nicht: "Sie mag eine wunderbare Zeit mit ihm gehabt haben, die Bemerkung mit dem 'Pickel im Gesicht' habe ich aber so gedeutet, dass Diana es mit einer Heirat nicht Ernst war", sagte Goldsmith.

Diese Interpretation wird durch Aussagen einer weiteren engen Freundin Dianas, Rosa Monckton, gestützt. Demnach war die Affäre mit Fayed Mittel zum Zweck - Diana tröstete sich über das Scheitern ihrer Romanze mit dem pakistanisch-stämmigen Herzchirurgen Hasnat Kahn hinweg, so Monckton.

"Mir war ganz klar, dass sie Hasnat wirklich sehr vermisste", sagte Rosa Monckton. Hätte Diana vorgehabt, Dodi al-Fayed zu ehelichen, "dann hätte sie es mir erzählt". Die beiden Frauen telefonierten am 27. August zum letzten Mal, vier Tage vor Dianas Tod.

Zuvor wurden bei der Anhörung bereits Gerüchte widerlegt, das Verhältnis zwischen Diana und ihrem Ex-Schwiegervater Prinz Philip sei zerrüttet oder gar von großer Feindseligkeit geprägt gewesen.

Vielmehr wurde aus einem vertraulichen Briefwechsel zwischen Diana und Philip zitiert: Diana schrieb zärtlich an ihren "lieben Pa", Philip bedauerte, dass er nicht zwischen ihr und seinem Sohn Charles habe vermitteln können: "Ich glaube, zum Heiratsvermittler eigne ich mich nicht."

pad/AP

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