Die Helden von 9/11 Gefeiert, entehrt, vergessen

Am 11. September 2001 wuchsen viele Menschen über sich selbst hinaus: Prominente wie New Yorks Bürgermeister Rudy Giuliani, aber auch Unbekannte wie der junge Cop James Zadroga. Manche wurden zu Helden, andere zu Schurken. Was ist aus ihnen geworden? Sieben Schicksale.

AP

Von , New York


Zehn Jahre hat es gedauert. Zehn Jahre voller Zank und Zoff. Der New Yorker Trauerakt zum Jahrestag des 11. September 2001 an diesem Sonntag ist auch der Schlusspunkt einer langen Debatte: Wie kann der Opfer jenes Terrortags angemessen gedacht werden?

Die stille Feier im Beisein von US-Präsident Barack Obama und Vorgänger George W. Bush markiert zugleich die Eröffnung des 9/11-Memorials: Zwei enorme Wasserbecken an der Stelle der Twin Towers inmitten einer Plaza mit 416 Bäumen. Am Sonntag dürfen es die Hinterbliebenen erstmals begehen, ab Montag ist der Rest der Öffentlichkeit zugelassen. Der Andrang ist so groß, dass die Zugangspässe bereits bis Ende der Woche reserviert sind.

Das bewegendste Element des Memorials werden die Namen von 2983 Opfern sein, inklusive der des ersten World-Trade-Center-Attentats von 1993. Sie sind in die Brüstungen der Brunnen eingeschnitten.

Es wird ein Monument des unfreiwilligen Heldentums: Alle, die an 9/11 starben, wurden automatisch verklärt. Doch es gab an jenem Horrortag auch noch andere Helden - jene, die oft wie durch ein Wunder überlebten, die anderen selbstlos das Leben retteten oder den Hinterbliebenen das Leben leichter machten.

Es waren Prominente wie Bürgermeister Rudy Giuliani, der seine Millionenstadt vor der Panik bewahrte, bevor ihm der Ruhm zu Kopf stieg. Aber es waren auch Unbekannte wie der junge Cop James Zadroga, der wochenlang nach Verschütteten grub - und das später bitter bezahlte, als er an Staublunge erkrankte.

Was ist aus den Protagonisten jenes Tages geworden, zehn Jahre danach? Manche Namen sind bis heute ein Begriff, andere vergessen - für alle jedoch hat das Schicksal seither unerwartete Wendungen gebracht. SPIEGEL ONLINE zeichnet einige ihrer Geschichten nach.

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chmb 11.09.2011
1. Aha
Und was ist mit denen die mittlerweile durch den Staub sehr krank sind aber keine ordentliche Krankenversorgung bekommen? Ja, das sind die Helden der USA. Viel Spaß beim Zensieren.
digidigi 11.09.2011
2. ja, was ist denn mit denen?
Zitat von chmbUnd was ist mit denen die mittlerweile durch den Staub sehr krank sind aber keine ordentliche Krankenversorgung bekommen? Ja, das sind die Helden der USA. Viel Spaß beim Zensieren.
Die Republikaner wollen die öffentlichen Gelder für diese Leute zusammenstreichen, weil man ja sparen muss.
steelman 11.09.2011
3. Usa
"Ein nach Zadroga benanntes Gesetz zur finanziellen Entschädigung von 9/11-Betroffenen, initiiert von den Demokraten, quälte sich jahrelang durch den US-Kongress. Als der Senat schließlich im Dezember 2010 über eine aktuelle Version abstimmen sollte, blockierten die Republikaner das Votum und forderten im Gegenzug Steuererleichterungen für Besserverdienende. Erst danach gaben sie das Gesetz frei, zwei Tage vor Weihnachten." Was für ein Schweinesystem.
Durruti100, 11.09.2011
4. Lächerlich...
...den Kriegsprofitteur und mutmaßlichen Mitverschwörer Rumsfeld in diese "Heldenliste" aufzunehmen!
ky3 11.09.2011
5. Was für ein Kitsch
In den letzten Jahrzehnten gab so viele Attacken oder aus Geldgier ausgelöste Unfälle mit weit höheren Opferzahlen. Da es sich um NY handelt, da wir ähnlich spektakuläre Bilder in zig US-Blockbustern durchexerzierten können wir uns nun jedes noch so kleine Detail zum 11.09. angucken. Ich kenne nun fast jeden Feuerwehrmann samt seiner Familie. Bei den meisten Berichten geht es nicht mehr um Analyse oder Verarbeitung sondern nur noch Quoten. Mir reicht es, wir kommen langsam in den Flachbereich "DMAX". Vielmehr als das Schicksal irgendwelcher New-Yorker "Helden" würde mich der Verbleib vom BND-bezahlten Curveball (Rafid Ahmed Alwan) interessieren, der mit seinen Lügen im Irak weit aus mehr Tote verursachte als Herr Atta mit seinen fliegenden Brüdern. Curveball sitzt immer noch nicht in Den Haag sondern wohnt auf Staatskosten in Karlsruhe. Auch würde mich interessieren was aus all den Kollateralschäden der US-Kriege wurde oder bitte mehr zu den geschätzten 3.800 bis 25.000 Toten der Bhopal-Katastrophe dessen Verursacher die US-Regierung vor jeder juristischen Verantwortung schützt. Ich habe die Nase voll, ich nun NY besser als Brüssel obwohl ich noch nie im Folterstaat USA war.
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