Unbewachte Badestrände Zu wenig Rettungsschwimmer bereiten DLRG Probleme

An Nord- und Ostsee können derzeit nicht alle Wachtürme besetzt werden. Nur 50 Prozent der benötigten Freiwilligen sind laut DLRG verfügbar: Wegen der Coronapandemie fehle ein kompletter Rettungsschwimmer-Jahrgang.
Hooksiel in Niedersachsen: Zwei Rettungsschwimmer der DLRG bewachen den Nordseestrand

Hooksiel in Niedersachsen: Zwei Rettungsschwimmer der DLRG bewachen den Nordseestrand

Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa

Weil nicht genügend Rettungsschwimmer zur Verfügung stehen, kann die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) aktuell nicht alle üblicherweise bewachten Strandabschnitte an der deutschen Nord- und Ostsee überwachen. Nur rund 50 Prozent der benötigten Freiwilligen seien verfügbar, sagte der Sprecher des DLRG-Bundesverbands, Martin Holzhause, am Freitag.

Wegen der Coronapandemie fehle ein kompletter Jahrgang ausgebildeter Rettungsschwimmer und Rettungsschwimmerinnen. Mittlerweile laufe die Ausbildung wieder. Einige DLRG-Schwimmer würden zudem ausfallen, weil sie Studieninhalte oder Fernreisen nachholten.

Die Küsten von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern seien ähnlich stark von den fehlenden Freiwilligen betroffen, hieß es. Zuvor hatten die »Kieler Nachrichten« über zu wenige Rettungsschwimmer an einigen Ostseestränden berichtet.

Die Situation werde sich voraussichtlich mit dem Beginn der Ferien deutlich entspannen. Dann seien wieder alle Wachtürme an den Stränden besetzt, sagte Holzhause. Bis dahin würden bewachte Zonen, oft im Bereich der Hauptstrände, eingerichtet. »Kein Strand soll komplett ohne Bewachung sein.« Bereiche ohne Rettungsschwimmer würden durch Fahnen gekennzeichnet. Nach der Hauptsaison könne sich die Lage ab September noch einmal verschlechtern.

Die Strände an den Küsten werden anders als an Badeseen oder Flüssen nicht von festen DLRG-Stationen, sondern von freiwilligen DLRG-Rettungsschwimmern bewacht. Das seien oft Schüler und Studenten, die an Ferienzeiten gebunden seien, erklärte Philipp Postulka vom DLRG Bremen. »Viele verbinden das auch mit ihrem Jahresurlaub.« An Seen und Flüssen gebe es deshalb keine Probleme mit fehlenden Rettungsschwimmern.

wit/dpa
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