Dom von Münster Verwirrter Mann attackiert Bischof mit Besenstiel

Der Angreifer ist möglicherweise psychisch krank: Während des Oster-Hochamtes hat ein 44-Jähriger im Dom von Münster mit einem Stock wild um sich geschlagen und Bischof Felix Genn attackiert. Der Kirchenmann wehrte die Schläge mit einem Weihrauchgefäß ab.

Bischof Felix Genn: Konnte Angriff mit einem Weihrauchgefäß abwehren
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Bischof Felix Genn: Konnte Angriff mit einem Weihrauchgefäß abwehren


Münster - Zu Beginn der Ostermesse am Sonntag im Münsteraner Dom stürmte ein Mann zum Altar und fuchtelte mit einem knapp einen Meter langen Holzstock um sich. Der 44-Jährige sei zur Osterkerze gelaufen und habe sie samt Ständer umgeworfen, teilte die Polizei in Münster mit. Anschließend sei der Mann auf Bischof Felix Genn losgegangen und habe auf ihn eingeschlagen.

"Der Bischof konnte die Schläge mit einem Weihrauchgefäß abwehren, das er während der Messfeier in Händen hielt", sagte Polizeisprecher Ulrich Bosse SPIEGEL ONLINE. Dies habe der Bischof nach Beendigung der Messe zu Protokoll gegeben. Genn habe demnach keinen Zweifel daran, dass der Mann ihn mit dem abgebrochenen Besenstiel habe treffen wollen. "Couragierte Vertreter der Kirche und weitere Gottesdienstbesucher konnten den Mann überwältigen und bis zum Eintreffen der Polizei festhalten", so der Polizeisprecher. Die Kirche sei zum Zeitpunkt des Angriffs voll besetzt gewesen.

Das Hochamt wurde nach der Festnahme des Mannes fortgesetzt. Erst nach dem Ende der Messe konnte der Bischof zu dem Vorfall vernommen werden.

Was der 44-Jährige mit der Aktion bewirken wollte, ist noch unklar. "Der Mann befand sich in einem Zustand, in dem er nicht ansprechbar war", teilte die Polizei mit. Der Mann aus dem Kreis Steinfurt wurde zur Untersuchung in eine neurologische Fachklinik eingeliefert. Er soll bereits einen Selbstmordversuch verübt sowie Aufenthalte in psychiatrischen Kliniken hinter sich haben.

Die Polizei ermittelt wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung.

siu/dpa



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Güllu, 01.04.2010
1.
Entschuldigen und was dann? Ratzinger wußte als Präfekt der Glaubenskommission über alle Fälle, die ihm gemeldet werden mussten, bestens Bescheid. Und es passierte nichts. Nicht umsonst droht ihm eine Klage in den USA. Das könnte zur Folge haben, dass er die USA nicht mehr betreten kann. Es könnte eine Festnahme drohen.
Markus Heid, 01.04.2010
2.
Zitat von GülluEntschuldigen und was dann? Ratzinger wußte als Präfekt der Glaubenskommission über alle Fälle, die ihm gemeldet werden mussten, bestens Bescheid. Und es passierte nichts. Nicht umsonst droht ihm eine Klage in den USA. Das könnte zur Folge haben, dass er die USA nicht mehr betreten kann. Es könnte eine Festnahme drohen.
Jupp, und die Anwälte des Vatikans haben sich schon eine Verteidigungsstrategie zurechtgelegt: Der Papst genießt als Staatsoberhaupt (eines diktatorischen Theokratie) natürlich Immunität. Und US-Bischöfe sind in Wahrheit keine Angestellte der katholischen Kirche. Was mich aber mehr verwundert, ist, dass der Papst überhaupt Anwälte notwendig hat. Der hat doch angeblich so einen guten Draht nach oben und Anwälte werden doch generell eher mit dem Ewigen Widersacher in Verbindung gebracht.
kyon 01.04.2010
3. Nanoeffekt
Zitat von sysopIm Zuge der Missbrauchs-Debatte gerät auch Papst Benedikt XVI. verstärkt in die Kritik. Sein Umgang mit den Vorwürfen ist dabei heftig umstritten. Sollte der Papst nach den schweren Vorwürfen zurücktreten oder sich zumindest öffentlich entschuldigen?
Zu abgehoben, zu entrueckt! Sich fuer unfehlbar haltende Leute halten Vorwuerfe aus der normal-menschlichen Zeit wahrscheinlich fuer eine Zumutung,die an ihnen abperlen wie bei einem Nanoeffekt! Also keine Chance!
Fassungsloser 01.04.2010
4. Jaja
Der Papst sollte barfuß nach Hamburg reisen und sich dort in den Staub werfen... Nächste Frage: Sollten Journalisten lernen, zwischen Religion und Politik unterscheiden zu lernen?
Klo, 01.04.2010
5. Unahltbar
Zitat von sysopIm Zuge der Missbrauchs-Debatte gerät auch Papst Benedikt XVI. verstärkt in die Kritik. Sein Umgang mit den Vorwürfen ist dabei heftig umstritten. Sollte der Papst nach den schweren Vorwürfen zurücktreten oder sich zumindest öffentlich entschuldigen?
Wenn er noch einen Funken Ehre besitzt, dann entschuldigt er sich für alle Taten im Namen der Kirche und tritt dann von seinem Amt zurück, um sich in eine Einsiedelei in den Abruzzen zurückzuziehen. Alles andere ist nicht zielführend. Als Papst ist er nicht mehr haltbar.
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