Domino-Weltrekord Ludowig entschuldigt sich für Spatzenabschuss

Weil ein kleiner Spatz Tausende Dominosteine umgekippt hatte, ließ das RTL-Team der Sendung "Domino Day" den Vogel einfach abschießen. Nun bedauert Moderatorin Frauke Ludowig den Tiermord, der für viel Wirbel gesorgt hatte.

Nun hat des doch noch geklappt mit dem Domino-Weltrekord. Nach viel Aufregung um einen abgeschossenen Spatzen kippte das Team der RTL-Show "Domino Day" am Freitagabend 4.155.476 bunte Steine um. Damit ist nach drei Monaten der Vorbereitung zum ersten Mal die 4-Millionen-Grenze geknackt worden.

Überschattet wurde der Guinness-Rekord allerdings durch den Tod eines kleinen Vogels. Moderatorin Frauke Ludowig bedauerte zu Beginn der Live-Übertragung den Abschuss eines Spatzen während der Aufbauphase für den Weltrekordversuch. "Das hat uns unheimlich Leid getan", sagte die 41-Jährige. "Aber zum Ende gab es keine andere Chance." Auch Initiator Robin Paul Weijers sprach nach der Sendung im niederländischen Leeuwarden von "gemischten Gefühlen" und fügte hinzu: "Wir fühlen uns alle schrecklich."

Anfang der Woche war ein ins Studio verirrter Spatz auf Anweisung Weijers erschossen worden. Er hatte eine Kettenreaktion ausgelöst, bei der rund 23.000 der mühsam aufgebauten Steine umkippten. "Das Tierchen schlug überall Löcher in das Projekt, so konnte das nicht weitergehen", sagte Produzent Wilhelm Boll. Alle Versuche, den Spatz einzufangen, missglückten. Schließlich rief Weijers eine Sicherheitskraft zu Hilfe, um weitere Schäden zu verhindern.

Der tödliche Schuss empörte vor allem Tierschützer. Eine niederländische Organisation schaltete sogar die Polizei ein. Es hatte sich erst nach dem Abschuss herausgestellt, dass der Hausspatz in den Niederlanden zu den gefährdeten Arten gehört. Allein 5.000 Menschen unterschrieben eine Kondolenz-Liste im Internet. Gegen den Schützen wurden sogar Morddrohungen ausgesprochen. Die Aufregung war so groß, dass der Vorsitzende der niederländischen Vogelschutzorganisation in der Sendung zu Ruhe aufrief und von einer völlig unverhältnismäßigen Reaktion sprach.

Der Deutsche Tierschutzbund forderte RTL auf, der Produktionsgesellschaft Endemol klar zu machen, dass tiergerechte Verfahren zur Vermeidung solcher Vorfälle angewandt werden sollten. Wenn es sich um einen PR-Gag handeln sollte, sei es "eine zweifelhafte Methode zur Quotensteigerung".

Insgesamt waren für den siebten Domino-Day laut RTL 88 Helfer acht Wochen damit beschäftigt, 4.321.000 Domino-Steine aufzubauen. Davon kippten nach dem Anstoß von Popstar Anastacia in knapp zwei Stunden 4.155.476 um. Beim bisherigen Rekord waren es 3.992.397 gewesen.

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