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FOTOGRAFIE Doppelte Tiger

aus DER SPIEGEL 37/2006

Mit seinen »Neontigers«, entstanden 2001, wurde der Hamburger Fotograf Peter Bialobrzeski berühmt: Für die glitzernden Ansichten asiatischer Großstädte bekam er den World Press Award in der Kategorie »Kunst«. Es folgten Ausstellungen auf fünf Kontinenten, hymnische Rezensionen, eine Professur in Bremen. Wunderbar - dennoch ist der Fotograf zurzeit missgelaunt, der Grund: eine Ausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe seiner Kollegen Horst und Daniel Zielske. In der Pressemitteilung des Museums, befanden Bialobrzeski sowie sein Verlag und zwei seiner Galerien, seien zwei Fotos, die allzu frappante Ähnlichkeit mit denen Bialobrzeskis aufwiesen. Tatsächlich hatten die Zielskes ihren berühmten Kollegen vor ihrer Reise nach Shanghai um Tipps gebeten - und diese Tipps auch bekommen. »Dass sie meine Fotos aber so schamlos imitieren würden, schockte mich«, sagt Bialobrzeski. Die Kollegenschelte kommt freilich spät, Bialobrzeski kennt die Bilder seit Jahren - »doch erst jetzt werden sie aufs Kunstpodest gehoben«. Der Hamburger Museumsdirektor Wilhelm Hornbostel hält das alles für »Denunziantentum und Terror einer gekränkten Primadonna«.

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