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Klüger werden mit: Doris Schröder-Köpf

Die 38-jährige Kanzlergattin über ein von ihr herausgegebenes Buch, das die Grundbegriffe der Politik erklärt
aus DER SPIEGEL 39/2001

SPIEGEL: Warum heißt Ihr Buch »Der Kanzler wohnt im Swimmingpool«?

Schröder-Köpf: Als mein Mann 1998 zum Kanzler gewählt wurde, waren die Kinder, die meine Tochter Klara besuchten, oft sehr erstaunt, dass ein so mächtiger Mann keinen Swimmingpool besaß, sondern in einer normalen Dreizimmerwohnung wohnte. Aber dieses Buch richtet sich nicht nur an Kinder, sondern auch an Erwachsene. Es ist ja nicht ehrenrührig, zuzugeben, dass man nur so ungefähr weiß, wofür der Bundesrat zuständig ist oder warum es die Gewaltenteilung gibt.

SPIEGEL: Die Autoren sind Prominente.

Schröder-Köpf: Ja, Amelie Fried hat aus dem Stichwort »Staatsverschuldung« ein Märchen gemacht, der Kabarettist Arnulf Rating erzählt, wie zwei Skateboard-Banden eine Koalition bilden, Heribert Prantl vergleicht das Grundgesetz mit Liebesbriefen. Wenn ein Buch nicht spannend ist, klappen Jugendliche es schnell wieder zu.

SPIEGEL: »Staatsbürger« lautet eines der Stichworte. Was ist für Sie ein guter Staatsbürger?

Schröder-Köpf: Das absolute Minimum ist, dass man wählen geht.

SPIEGEL: Sind Sie eine gute Staatsbürgerin?

Schröder-Köpf: Ich habe mich schon mit 13, 14 Jahren für Politik interessiert. Jetzt versuche ich, Kindern und Jugendlichen zu helfen, denen es nicht so gut geht wie Klara. Ich bin Schirmherrin von Drogenprojekten in Hannover, der »Nummer gegen Kummer« für Kinder und eines »Elterntelefons«, über das Eltern sich kostenlos Rat holen können.

Doris Schröder-Köpf/Ingke Brodersen (Hrsg.): »Der Kanzler wohntim Swimmingpool oder Wie Politik gemacht wird«. Campus Verlag,Frankfurt am Main; 224 Seiten; 38,90 Mark.

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