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Marathon-Attentat: Der Anschlag, die Verfolgungsjagd und das Gedenken

Foto: Robert F. Bukaty/ AP/dpa

Marathon-Attentat Drei weitere Festnahmen nach Boston-Anschlag

US-Ermittler haben drei weitere Verdächtige im Zusammenhang mit den Bombenanschlägen auf den Bostoner Marathonlauf vor gut zwei Wochen festgenommen - es soll sich um College-Studenten handeln, die Kontakt zu den mutmaßlichen Attentätern hatten.

Im Zusammenhang mit dem Bostoner Bombenanschlag hat die Polizei drei weitere Verdächtige festgenommen. Das meldete das Boston Police Department am Mittwoch über Twitter , zunächst aber ohne weitere Angaben. Die Nachricht kommt als Überraschung: Bisher hatten die Brüder Tamerlan und Dschochar Zarnajew als einzige Verdächtige gegolten. Tamerlan Zarnajew wurde bei einer Schießerei mit der Polizei getötet, sein Bruder Dschochar schwer verletzt, er ist seither in Haft.

Zwei der nun festgenommenen Verdächtigen sind laut US-Behörden College-Studenten aus Kasachstan, die zunächst wegen Verletzung der Visabestimmungen festgehalten und jetzt wegen "Falschaussage" verhaftet wurden. Die beiden seien Kommilitonen von Dschochar gewesen. Ein dritter Verdächtiger sei dann am Mittwochmorgen festgenommen worden. Bei ihm soll es sich nach Informationen der Nachrichtenagentur AP um einen Mann mit US-Staatsbürgerschaft handeln.

CNN meldete unter Berufung auf Polizeikreise, dass die drei Verdächtigen in Gewahrsam des FBI seien. Noch im Laufe des Mittwochs sollen sie dem Haftrichter vorgeführt werden. Nach bisherigen Informationen wird ihnen keine direkte Tatbeteiligung vorgehalten. Die Behörden untersuchten nun, ob sie im Auftrag Zarnajews einen Laptop und eine Tasche mit Feuerwerkskörpern auf einer Müllkippe entsorgt haben, hieß es aus Ermittlerkreisen.

Laut einem Bericht der "New York Times" behaupten die drei Verdächtigen, sie hätten die Gegenstände nach Veröffentlichung der Fotos von Tamerlan und Dschochar Zarnajew am 18. April weggeschmissen - aber noch vor deren Identifizierung am folgenden Tag. Von einem Zusammenhang mit dem Anschlag vom 15. April hätten sie nichts gewusst.

Die drei Verdächtigen seien am 19. April mehrere Stunden von FBI-Beamten verhört worden. Die Beweislage sei jedoch zu dünn gewesen, um das Trio weiter festzuhalten. Erst als die Beamten feststellten, dass die zwei kasachischen Studenten ungültige Visa hatten, wurden sie erneut in Gewahrsam genommen.

FBI überprüfte zuletzt die Witwe von Tamerlan Zarnajew

Zuletzt hatten FBI-Agenten die Rolle der Witwe von Tamerlan Zarnajew geprüft. Sie hätten die Frau in ihrem Elternhaus in Rhode Island vernommen, meldeten mehrere US-Medien am Dienstag übereinstimmend. Laut "New York Times" sollte unter anderem geprüft werden, ob die Frau - wissentlich oder nicht - Beweismittel vernichtet haben könnte und eventuell sogar eine Rolle bei den Vorbereitungen des Anschlags vom 15. April spielte.

Die Witwe bestritt jegliche Beteiligung an der Tat. "Sie tut alles, was sie kann, um die Ermittlungen zu unterstützen", sagte ihr Anwalt Amato DeLuca. Berichte über die mutmaßliche Verantwortung ihres Mannes und seines Bruders für den Anschlag hätten sie wie ein Schock getroffen.

Bei der Explosion zweier Sprengsätze waren während des Bostoner Marathons drei Menschen getötet und mehr als 200 verletzt worden.

Als Täter gelten Tamerlan Zarnejew, der auf der Flucht ums Leben kam, sowie sein jüngerer Bruder Dschochar, der schwer verletzt festgenommen wurde. Auf einer der Bomben seien auch weibliche DNA-Spuren sichergestellt worden, berichteten unter anderem das "Wall Street Journal" und die "USA Today" unter Berufung auf namentlich nicht genannte Ermittler.

Allerdings sei noch unklar, was die Spur zu bedeuten hat. Die DNA könne auch von einer völlig Unbeteiligten stammen - zum Beispiel von einer Zuschauerin oder von jemandem aus einem Laden, der die Einzelteile des selbst gebauten Sprengsatzes verkauft hatte.

Mit Material von dpa, AP und Reuters
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