Drogenverdacht Friedman legt Beschwerde gegen Ermittlungen ein

Michel Friedman hat sich erstmals seit seinem Abtauchen wieder gemeldet. Über seinen Anwalt ließ der unter Drogenverdacht stehende TV-Moderator Beschwerde gegen die Ermittlungen gegen ihn einlegen.



Berlin/Mainz - Der Berliner Justizsprecher Björn Retzlaff teilte am Mittwoch mit, der Anwalt Friedmans habe Beschwerde gegen die Ermittlungen eingelegt, die gegen den TV-Moderator und Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland eingeleitet worden waren. Dabei handelt es sich allerdings um einen juristischen Routinevorgang.

Friedman, bei dem die Polizei in der vergangenen Woche bei der Durchsuchung seiner Anwalts- und Privaträume Reste von Kokain fand, soll sich in Südfrankreich aufhalten. Die Staatsanwaltschaft Berlin lässt derzeit auch eine Haarprobe Friedmans auf Hinweise auf regelmäßigen Drogenkonsum untersuchen.

Unionsfraktionsvize Friedrich Merz distanzierte sich unterdessen von Friedman als CDU-Politiker. "Ich lese da immer wieder, Friedman sei CDU-Politiker. Das ist natürlich falsch, er war mal zwei Jahre Mitglied des Bundesvorstandes der CDU und ist danach nicht wiedergewählt worden", sagte er nach Angaben des Nachrichtensenders N24. Seither sei Friedman nur einfaches CDU-Mitglied. Bei der ganzen Affäre mache ihm die Auswirkungen auf die jüdischen Gemeinden in Deutschland am meisten Sorge, sagte Merz. "Denn das, was da an Sprüchen unterwegs ist, wo sich dann einige Leute in ihren Vorurteilen bestätigt fühlen, das schadet der Sache viel mehr als der Person."