Dschungel-Big-Brother Beils Lästermaul und der verschreckte Daniel

Sie wusste nicht, dass die Kamera lief: Ex-Sat.1-Moderatorin Caroline Beil lästerte gemeinsam mit ihrem Teamkollegen Carlo Thränhardt kräftig über Küblböck, Stahnke und Co. Das Getratsche scheinen ihr die Zuschauer übel genommen zu haben; denn statt Daniel muss nun sie selbst in die nächste Dschungelprüfung.

Von Markus Brügge


Küblböck nach dem Aal-Spinnen-Bad: Nur die Ruhe bewahren
RTL

Küblböck nach dem Aal-Spinnen-Bad: Nur die Ruhe bewahren

Hamburg - Der Sänger hätte ein viertes Mal vermutlich auch nicht überstanden - und verzweifelt den Titel der Show gerufen: "Ich bin ein Star - holt mich hier raus!". Bereits als ihn der Telefon-Ted zum dritten Mal zum "Ernährer" des Star-Teams bestimmte, war Küblböck bei der Tortur im australischen Busch den Tränen nahe. Zu Recht, wie sich später herausstellte: Was die Showplaner ihm mit dem "Terror-Aquarium" zumuteten, überforderte die Nerven des 18-Jährigen: Er musste seinen Kopf in ein gläsernes Bassin stecken, in das mit dem einströmenden Wasser Aale "und einige Überraschungen" rauschen sollten. Ein Arzt hatte dem verschreckten Küblböck zuvor versichert, dass Aale zwar beißen können, Menschen aber immerhin nicht fressen.

Schon von Beginn der Mutprobe schnaufte der Sänger schwer durch seinen Schnorchel, während das Moderatoren-Duo Sonja Zietlow und Dirk Bach süffisant empfahl, nur die Ruhe zu bewahren. Doch als dann nach den ersten niedlichen Goldfischen eine dicke australische Wasserspinne ins Aquarium plumpste, war es mit der bayerischen Ruhe des Buben aus Eggenfelden dahin: Panisch zog er seinen Kopf aus dem Glaskasten, mit einem Schwall Wasser rutschten auch Fische und Spinne heraus. "Ich will nur noch weg", schimpfte Küblböck und zog heulend durch den Dschungel ab.

Die Frage ist jetzt, wer sich mehr erregen wird: die Tier- oder die Küblböck-Schützer. Das Mittagessen fiel damit für die neun Dschungelbewohner aus. Lisa Fitz empfahl pragmatisch, gleich auf den verbliebenen Reis zu verzichten und einen Heilfastentag einzulegen.

Kandidatin Beil: Ist hier eine Kamera in der Nähe?
RTL

Kandidatin Beil: Ist hier eine Kamera in der Nähe?

Eine vierte Prüfung bleibt Daniel Küblböck jedoch erspart - dank Caroline Beil. Die fragte sich zwar noch, ob ihre Bosheiten über die übrigen Teammitglieder wohl gesendet würden - letztlich hielt ihre Vorahnung die Fernsehfrau aber nicht davon ab, kräftig über Küblböck und Susan Stahnke herzuziehen: Der Daniel sei "auf dem absteigenden Ast", war sich Beil schnell mit Ex-Hochsprung-Star Thränhardt einig, mit dem sie sich in den Busch verdrückt hatte. Allein deshalb mache er bei der RTL-Show mit. Stellt sich nur die Frage, warum eigentlich Beil und Thränhardt in der australischen Wildnis hocken.

Bei Stahnke sprach Caroline Beil von einer "gespielten Dummheit" der Blondine, die gerade von den Lesern des Männermagazins "FHM" zur unsexiesten Frau der Welt gewählt worden war. Ihre blauäugige Frage, ob denn wohl eine Kamera in der Nähe sei, brachte nicht nur Zietlow und Bach ins ungläubige Staunen - schließlich sind 32 davon rund um das Camp der Stars verteilt. So viel Naivität war immerhin ein schöner Anlass für das Moderatoren-Gespann, bissig über die Kollegin herzuziehen. Das Duo erinnert mitunter an die "Muppetshow"-Figuren Waldorf und Statler, zumindest scheint ihnen der Ausflug in den Busch deutlich mehr Spaß zu bereiten als den Promis.

Caroline Beil jedenfalls entgleisten die gut geschminkten Gesichtszüge, als ihr die Wahl der Zuschauer verkündet wurde: Die schienen ihr ihre offenen Ansichten über die anderen Campbewohner übel genommen zu haben - und schickten sie zur "Hack-Attacke". Während Beil noch rätselte, was sich hinter diesem launigen Namen wohl verbergen mag, wusste man Zuhause dank der Dauer-Trailer längst Bescheid: Die Moderatorin wird in ein Straußen-Gehege geschickt, um dort Sterne und damit Essensrationen aufzusammeln. Kleiner Haken: Beil wird mit einer klebrigen Substanz beschmiert und dann mit Vogelfutter bestreut.

Helfer, Küblböck im Terror-Aquarium: "Ich will nur noch weg"
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Helfer, Küblböck im Terror-Aquarium: "Ich will nur noch weg"

Ansonsten beantwortete die Sendung vom Montag einige entscheidende Fragen: Werner Böhm alias Gottlieb Wendehals sieht in einem weißen XL-Shirt dank Körbchengröße Doppel-D aus wie eine alte Indianer-Squaw und bestellt nachts schon mal beim virtuellen Etagen-Kellner ein "Böhm-Gedeck" (doppelter Wodka, Bier vom Fass). Susan Stahnke zieht die Wildnis einer besudelten Klobrille vor. Im Tonfall eines Bundeswehr-Feldwebels oder einer Bahnhofs-Klofrau wird sie dafür von Teamleiterin Fitz gerüffelt. Und die Stars haben sich allesamt so lieb, dass sie den Zuschauern wärmstens ans Herz legen, doch bitte jemand anderen zu den Kakerlaken oder Wasserspinnen zu schicken als sie selbst.

Eine Frage blieb offen: Die nämlich, was gruseliger ist - Küblböcks Kopf zwischen Wasserspinnen oder Dirk Bachs hundekotbrauner Safarianzug mit blauen Blümchen.



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