Betrunkene lässt Dreijährige nachts im Auto zurück Ministerium prüft Alarmfunktion für Kindersitze

In Düsseldorf hat eine Betrunkene ihre Tochter nachts allein im Auto zurückgelassen. Jetzt prüft das Verkehrsministerium eine Alarmfunktion für Kindersitze.
Kindersitze in Zukunft mit Alarmfunktion? (Symbolbild)

Kindersitze in Zukunft mit Alarmfunktion? (Symbolbild)

Foto: NomadSoul / Panthermedia / IMAGO

Immer wieder kommen Kinder zu Schaden, weil ihre Eltern sie unbeobachtet in Autos zurücklassen. Der jüngste Fall ereignete sich in Düsseldorf: In der Nacht zum Sonntag entdeckten Passanten in der Altstadt einen geparkten BMW mit Dortmunder Kennzeichen. Im Innern des Wagens befand sich ein kleines Mädchen, das gegen die Scheiben schlug, um auf sich aufmerksam zu machen.

Da kein Erziehungsberechtigter zu sehen war, alarmierten die Passanten gegen 3.15 Uhr die Polizei. Als die Beamten vor Ort eintrafen, schlugen sie laut Polizeimitteilung  die Scheiben des Pkw ein und befreiten das weinende Kind.

Etwa eine halbe Stunde später erschien demnach die 23-jährige Mutter mit einem Begleiter am Einsatzort. Ein Atemalkoholtest bei der Erziehungsberechtigten ergab einen Wert von fast zwei Promille.

Das kleine Mädchen blieb unversehrt. Die Beamten machten eine Jugendschutzmeldung.

Bundesregierung bringt Warnsysteme für Kindersitze ins Spiel

Künftig sollen Kindersitze in Autos nach Vorstellung der Bundesregierung Alarm schlagen, wenn Heranwachsende allein zurückgelassen werden. Die Bundesanstalt für Straßenwesen sei beauftragt worden, die Verwendung von entsprechenden Warnsystemen zu untersuchen, teilte das Verkehrsministerium in Berlin mit. Mit belastbaren Ergebnissen werde Ende nächsten Jahres gerechnet.

Vor allem im Sommer kann das Auto schlimmstenfalls zur tödlichen Hitzefalle werden, wenn Eltern etwa einkaufen gehen und ihre Kinder im Wagen alleinlassen. Die Temperatur im Auto könne schnell auf bis zu 60 Grad Celsius steigen, warnte der ADAC jüngst. Wegen solcher Fälle müssen Polizei und Feuerwehr immer wieder eingreifen.

Bislang sei vorgeschrieben, dass die Spezialsitze Kinder vor Verletzungen bei Verkehrsunfällen schützen müssten, teilte das Ministerium mit. »Sie enthalten jedoch derzeit keine Anforderungen an ein Alarmsignal, das das Vergessen von Kindern in Fahrzeugen verhindern soll.« Zuerst berichtete die »Rheinische Post« darüber.

ala/dpa
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