Earth Hour Licht aus gegen den Klimawandel

Von Sydney bis New York, vom Brandenburger Tor bis zum Eiffelturm: Für eine Stunde versanken sonst glitzernde Gebäude in der Nacht zum Sonntag in Dunkelheit - als Mahnung zum Klimaschutz.

AFP

Hamburg - 4000 Städte in 126 Ländern weltweit beteiligten sich, Millionen Menschen unterstützten die Aktion: Bei der diesjährigen "Earth Hour" gingen um Punkt 20.30 Uhr Ortszeit Samstagabend an weltbekannten Bauwerken rund um den Erdball für eine Stunde die Lichter aus.

In Sydney versanken Harbour Bridge und Opernhaus im Dunkeln, in Peking die Verbotene Stadt, in Dubai der "Burj Chalifa", mit 828 Metern das höchste Haus der Welt, in Athen die Akropolis und in Paris der Eiffelturm. In den USA machten den Auftakt Wolkenkratzer und Wahrzeichen an der Ostküste, darunter das New Yorker Empire State Building und das Chrysler-Hochhaus. Dunkel wurde es auch in Manhattans Theatermeile, berichtete der Radiosender KCBS. In der Hauptstadt Washington wurde die Beleuchtung in der mächtigen National Cathedral ausgeknipst.

In Berlin schalteten Umweltsenatorin Katrin Lompscher und Christine Kolmar von der Umweltstiftung WWF die Beleuchtung des Brandenburger Tors aus, das Rote Rathaus versank im Dunkeln. "Wir wollen ein Signal für den Klimaschutz setzen und zeigen, dass jeder einzelne etwas tun kann", sagte Kolmar. "Allerdings sind auch die Regierungen aufgefordert, sich stärker für dem Umweltschutz einzusetzen."

Um das Brandenburger Tor versammelten sich ihren Angaben zufolge einige hundert Menschen. Viele Vorbeikommende nutzten eines der drei aufgestellten Fahrräder, um mit den Dynamos den Berliner Bären und den WWF-Pandabären anzustrahlen. "Das ist der schönste Urstrom, den man kriegen kann", sagte Kolmar. In Deutschland hatten sich 35 Städte für die Aktion registriert.

Der Startschuss für die weltweite Aktion war auf den Chatham Inseln gefallen, etwa 800 Kilometer östlich von Neuseeland. Die 600 Bewohner stellten die Dieselgeneratoren ab, um ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen. Singapur feierte die "Stunde für die Erde" mit einem Konzert im Esplanade Park. Der Strom, den die Musiker brauchten, wurde mit Biodiesel erzeugt. Auch das Forscherteam der Davis-Station in der Antarktis saß im Dunkeln.

Sehr ambitioniert waren die Pariser: Sie nahmen gleich 240 Bauwerken und Monumenten den Strom - Nôtre Dame und Seine-Brücken, Opéra Garnier und Invalidendom, Panthéon und Concorde-Platz. Auch der Élysée-Palast schloss sich der Aktion an. Der Eiffelturm war zwar nur für fünf Minuten nicht erleuchtet, dafür wurden zu Füßen des stählernen Wahrzeichens 1600 Kerzen angezündet. Sie bildeten gemeinsam die Zahl 60 (für 60 Minuten).

Auch der Buckingham Palast in London und der Sitz der britischen Regierung in der Downing Street sahen am Samstagabend zappenduster aus. Für die Klimaschutz-Aktion waren außerdem Big Ben, Windsor Castle, die Residenz der Queen außerhalb Londons, und andere Monumente in Großbritannien eine Stunde lang verdunkelt.

In Brüssel blieben das Wahrzeichen Atomium, die Grand-Place im Herzen der Stadt und andere Sehenswürdigkeiten am Samstagabend für eine Stunde lang ohne Beleuchtung. Auch die Lampen an den Autobahnen waren ausgeschaltet, berichtete die Nachrichtenagentur Belga.

"Die 'Earth Hour' gibt Millionen von Menschen eine globale Plattform, auf der sie ihre Betroffenheit über die verheerenden Folgen des Klimawandels äußern können", sagte James Leape, WWF- Generaldirektor in einer Mitteilung.

Bis Samstagabend MEZ hatten sich auf der "Earth Hour"-Website mehr als 5,6 Millionen Unterstützer registriert. Mit der Aktion hatte der WWF Privatpersonen, Kommunen und Schulen aufgerufen, ein Signal für den Klimaschutz an ihre Regierungen zu senden. Die "Earth Tour" wurde 2007 in Sydney initiiert. Im Jahr 2008 beteiligten sich 35 Länder, 2009 waren es 88.

cai/dpa



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