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Ed Sheeran Meine Villa, meine Kirche, mein Friedhof

aus DER SPIEGEL 9/2022
Foto:

Joanne Davidson / CAMERA PRESS / laif

Der britische Singer-Songwriter Ed Sheeran, 31, plant über den Tod hinaus: Er kümmert sich um eine Grabstätte. Zusammen mit seiner Frau Cherry Seaborn und dem gemeinsamen Kind Lyra lebt der vierfache Grammy-Preisträger unter anderem in Suffolk, nahe der Kleinstadt Framlingham, wo er aufgewachsen ist. Das über sechs Hektar große Anwesen, liebevoll spöttisch wird es manchmal »Sheeranville« genannt, ist ausgestattet mit allem, was ein Popstar so braucht – Fitnessstudio, Innenpool, Pub, Tonstudio – und eine Kirche soll auch auf dem Grundstück entstehen. In dem Antrag auf die Baugenehmigung für das Gotteshaus beschrieb Sheeran 2019 das Gebäude als »privaten Rückzugsort zum Nachdenken und Beten«. Nun will er diesen Bereich für die Ewigkeit erweitern und eine Gruft unterhalb der Kirche anlegen lassen. Die Krypta soll ungefähr 2,70 Meter mal 1,80 Meter messen und mit einer Steinplatte verschlossen werden; wie viele Personen dort einstmals ihre Ruhe finden sollen, hat der Bauherr, dessen Gesundheits­zustand als blendend gilt, nicht angedeutet. In der Nachbarschaft sorgt schon der Bau der Kirche für Rumoren, in der Umgebung stünden bereits genug Gotteshäuser, in denen es sich trefflich beten lasse. Zum Plan, den Schutz der Privatsphäre ins Unendliche auszuweiten, zitiert »The Sun« eine genervte Nachbarin mit der Frage: »Haben Prominente jetzt so weit ihren Bezug zur Realität verloren, dass sie nicht nur jede Lebensäußerung vor uns Normalsterblichen verbergen, sondern auch noch ihren Tod?« Der Bau ist bereits genehmigt, bürokratisch steht dem Projekt also nichts mehr entgegen, in England und Wales gibt es – im Gegensatz zu Deutschland – kein Gesetz, das Bestattungen auf privatem Grund verbietet.

KS
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