Eheversprechen Französin heiratet toten Soldaten

Ungewöhnliches Ehegelübde in Frankreich: Eine 20 Jahre alte Frau hat einen Soldaten geheiratet, der im August 2008 in Afghanistan ums Leben kam.


Paris - Die junge Französin hat mit Erlaubnis von Präsident Nicolas Sarkozy einen toten Soldaten geheiratet. "Sie trägt nun den Namen des Gefallenen, mit dem sie ihr Leben hätte teilen sollen", erklärt der Standesbeamte, der die Hochzeit besiegelte, der Zeitung "Le Parisien".

Der 20 Jahre alte Damien Gaillet und neun weitere französische Soldaten waren im August 2008 in Afghanistan getötet worden, als ein Kommando der internationalen Schutztruppe ISAF in einen Hinterhalt der Taliban geriet. Die Eltern Gaillets hatten sich gegen die postume Hochzeit ausgesprochen. Die damalige Verlobte ihres Sohnes setzte sich jedoch mit ihrem Heiratswunsch durch.

Im April 2009 hatte sich bereits eine andere junge Frau, Sandrine Bian, mit Sébastien Devez vermählt, der bei demselben Attentat getötet worden war. Sie hat zwei kleine Kinder von dem Soldaten. Seit 1959 ist es in Frankreich möglich, einen Partner zu heiraten, der gestorben ist. Der Staatspräsident muss jedoch dazu sein Einverständnis geben.

jjc/dpa



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