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Crash am Flughafen Ein Toter nach Boeing-Bruchlandung in Dubai

In Dubai sind 300 Insassen einer Boeing nur knapp einer Katastrophe entkommen. Die Maschine konnte evakuiert werden, bevor sie in Flammen aufging. Ein Feuerwehrmann starb bei den Löscharbeiten.

Nach der Bruchlandung einer Boeing auf dem Flughafen Dubai ist ein Feuerwehrmann bei Löscharbeiten ums Leben gekommen. Einige der 300 Insassen wurden verletzt, die meisten konnten das Flugzeug aber unversehrt verlassen. Das teilte der Chef der Fluggesellschaft Emirates mit, Scheich Ahmed Bin Said al-Maktum.

Die 13 Jahre alte Boeing 777-300 kam aus dem südindischen Bundesstaat Kerala und ging nach der Evakuierung in Flammen auf. Zur Unglücksursache habe man noch nicht "alle Informationen", sagte der Emirates-Chef.

Videos im Internet zeigten die Maschine, wie sie mit Schlagseite auf dem Rumpf über das Gelände schlitterte. Der indische Nachrichtensender NDTV zitierte einen Piloten, der die Landung mitverfolgte: "Wir sahen große Flammen, dann schlug der Rumpf auf die Landebahn, und das rechte Fahrwerk brach, danach auch die rechte Turbine."

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Flughafen Dubai: Crash einer Boeing

Foto: AP/ Hayen Ayari

Das Flugzeug habe den Boden dabei zuerst mit dem hinteren Teil berührt. Nach Aussage von Flugsicherheitsberater Heinrich Großbongardt herrschten zur Unglückszeit schwierige Windbedingungen am internationalen Flughafen in Dubai. Hinweise auf technische Probleme während des Fluges habe es zunächst nicht gegeben.

Der Flughafen Dubai, eines der größten Drehkreuze der Welt, setzte seinen Flugbetrieb bis zum Abend aus. 28 Flüge wurden gestrichen oder mussten umgeleitet werden.

Indische Medien berichteten, einige Passagiere seien durch den harten Aufprall und Rauchgasvergiftungen verletzt worden. Von offizieller Seite hatte es zunächst geheißen, es gebe keine Berichte über Verletzte.

Flug EK521 war am Mittwochmorgen in der Stadt Thiruvananthapuram in Indien gestartet und nach etwa dreieinhalb Stunden - um 10.45 Uhr mitteleuropäischer Zeit - am Drehkreuz Dubai angekommen. Die meisten Insassen waren Inder.

Die Bruchlandung erinnert an ähnliche Fälle, bei denen Passagiere nur knapp einer Katastrophe entkamen. Im März 2015 etwa kam ein Airbus von Air Canada bei der Landung auf dem Flughafen Halifax von der Piste ab. Zwei Dutzend Menschen mussten mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Im April 2013 landete eine Boeing 737 der indonesischen Gesellschaft Lion Air im Meer vor Bali. Kein Passagier wurde verletzt.

Im Januar 2009 musste in New York ein voll besetzter Airbus A320 von US Airways auf dem Hudson River notlanden. Alle 155 Menschen an Bord überlebten. Die Leistung des Piloten Chesley Sullenberger wurde als "Wunder vom Hudson"  gefeiert.

Im Video: Bruchlandung von Emirates-Maschine in Dubai

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sms/dpa/AFP/Reuters