In Kurve auf Gegenfahrbahn geraten Ein Toter und neun Schwerverletzte bei Unfall mit Testfahrzeug

Vier Rettungshubschrauber und 80 Feuerwehrleute waren im Einsatz: Bei einem Unfall auf der B28 im Kreis Reutlingen starb ein junger Mann, mehrere Menschen kamen schwer verletzt ins Krankenhaus.
Unfallstelle in Römerstein in Baden-Württemberg

Unfallstelle in Römerstein in Baden-Württemberg

Foto: Simon Adomat / dpa

Bei einem schweren Unfall mit einem Toten und neun Schwerverletzten auf der B28 in Baden-Württemberg ist ein Testfahrzeug mit modernen Assistenzsystemen beteiligt gewesen. Ob das Fahrzeug von dem 43 Jahre alten Fahrer gelenkt wurde oder nicht, sei Gegenstand der Ermittlungen und derzeit nicht bekannt, teilte ein Polizeisprecher am Dienstag mit. Die Unfallursache ist den Angaben zufolge unklar.

Der 43-Jährige war am Montagnachmittag laut Polizei  mit einem E-Testfahrzeug bei Römerstein im Kreis Reutlingen unterwegs. In einer Kurve kam das Auto demnach aus bislang unklaren Gründen auf die Gegenfahrbahn und streifte dort ein entgegenkommendes Auto. Der 70 Jahre alte Fahrer sei in der Folge mit seinem Wagen frontal gegen ein weiteres Auto gestoßen. Dieser Wagen sei dadurch von der Fahrbahn abgekommen und habe sofort zu brennen begonnen.

Zudem prallte der Testwagen den Angaben zufolge frontal in ein weiteres Auto. Der 33 Jahre alte Beifahrer des Wagens habe durch den heftigen Aufprall tödliche Verletzungen erlitten.

Verkehrspolizei Tübingen und Sachverständiger ermitteln

In dem Testwagen des 43-Jährigen befanden sich laut Polizei noch zwei Männer im Alter von 31 und 47 Jahren sowie eine 42-Jährige und ein eineinhalb Jahre altes Kind. Sie wurden demnach ebenso wie weitere Unfallbeteiligte schwer verletzt – und in Krankenhäuser gebracht.

Der Autohersteller BMW widersprach am Dienstag den Angaben der Polizei, wonach es sich bei dem Unfallwagen »um ein autonomes E-Testfahrzeug« gehandelt habe. Ein Sprecher des Münchner Konzerns teilte mit: »Das Fahrzeug verfügt über Fahrerassistenzsysteme der Stufe 2, die heute bereits in Serienfahrzeugen verbaut sind und die Fahrerin und den Fahrer auf Wunsch unterstützen. Bei Level-2-Fahrzeugen bleibt die Fahrerin oder der Fahrer grundsätzlich immer in der Verantwortung.« Erst bei hochautomatisierten Fahrzeugen ab Level 3 dürfe der Fahrer das Fahren unter bestimmten Voraussetzungen vollständig an das Fahrzeug delegieren.

»Unsere Angabe begründet sich auf den Aufklebern auf dem Fahrzeug, dass es sich hierbei um ein autonomes E-Testfahrzeug handelt. Wir stehen in Verbindung zu BMW und ein Sachverständiger ermittelt, ob es sich um ein solches Fahrzeug handelt oder nicht«, sagte ein Polizeisprecher am Nachmittag.

Die Ermittlungen zu dem Unfall hat die Verkehrspolizei Tübingen zusammen mit einem Sachverständigen übernommen. Der Rettungsdienst war unter anderen mit vier Rettungshubschraubern und zehn Rettungswagen vor Ort. Zudem rückten 80 Feuerwehrleute mit 15 Einsatzfahrzeugen aus. Die Bundesstraße 28 war infolge des Unfalls für mehrere Stunden voll gesperrt. Die Polizei schätzt den Schaden an den beteiligten Fahrzeugen auf rund 180.000 Euro.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, an dem Unfall sei ein autonomes Fahrzeug beteiligt gewesen. Nach einer Stellungnahme von BMW haben wir die Formulierung geändert. Zudem wurde das Geschlecht des 70-Jährigen korrigiert.

lmd/dpa
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