Fotostrecke

Aktivistin Megan Rice: Die Nuklear-Nonne

Foto: AP/Knoxwille News Sentinel

Protest gegen Nuklearwaffen 84-jährige Nonne muss drei Jahre in Haft nach Atomlager-Einbruch

Megan Rice protestierte gegen nukleare Waffen und brach in das US-Atomlager in Oak Ridge ein. Dafür wurde die 84-jährige Nonne jetzt zu fast drei Jahren Gefängnis verurteilt.

Nashville - Andere Menschen in ihrem Alter genießen den Ruhestand. Megan Rice, Nonne, 84 Jahre alt, ging im Juli 2012 mit zwei Gefährten zum US-Atomlager im amerikanischen Oak Ridge, schnitt Zäune durch, drang auf das Gelände vor, besprühte Wände mit biblischen Sprüchen, verschüttete menschliches Blut aus Flaschen. Dann ließ sie sich widerstandslos festnehmen.

Für Megan Rice war der Einbruch ein Protest gegen Krieg und nukleare Waffen. Für die Wachleute der hochgesicherten Anlage im US-Bundesstaat Tennessee war es eine Blamage. Für die Justiz war es Sabotage und Beschädigung von Staatseigentum. Bereits im vergangenen Jahr wurde Rice schuldig gesprochen. Nun steht auch das Strafmaß fest: Zwei Jahre und elf Monate muss die alte Dame ins Gefängnis.

Ihre Mitstreiter Greg Boertje-Obed und Michael Walli wurden zu fünf Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt. Beide sind Vietnam-Veteranen, beide sind über 20 Jahre jünger als Megan Rice. Zudem müssen die Verurteilten 53.000 Dollar Schadensersatz zahlen, wie bereits Ende Januar entschieden wurde.

Laut "New York Times" war Rice schon lange als Friedensaktivistin aktiv. 40- oder 50-mal sei sie wegen zivilen Ungehorsams festgesetzt worden, hieß es in einem Bericht nach dem Einbruch in Oak Ridge. Doch nichts war vergleichbar mit der Aktion am Y-12 National Security Complex, der "größten Sicherheitslücke in der Geschichte des Nuklearkomplexes", wie die "New York Times"  schrieb. Schließlich galt Y-12 als das "Fort Knox des Uran" - eine Anlage mit strengen Sicherheitsvorkehrungen, die im Rahmen des Manhattan-Projekts zum Bau der ersten Atombomben entstand.

An ihrer Tat, so sagte Schwester Megan einmal, bereue sie eigentlich nur eines: "Dass ich damit 70 Jahre gewartet habe." Der Verteidigung zufolge bekamen die drei Aktivisten Tausende Briefe von Unterstützern in aller Welt. Die Angeklagten hatten auf Gnade gehofft, ihre Aktion sei symbolisch gewesen, um auf die unmoralische und illegale Lagerung von Nuklearwaffen in den USA aufmerksam zu machen.

Die Richter hatten dafür jedoch kein Verständnis. Seit dem Schuldspruch sitzen Rice und ihre Gefährten bereits im Gefängnis.

hut/AP/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.