Eingestürzte Autobahn Auf dem Highway ist die Hölle los

Für Tausende Pendler im Großraum San Francisco wurde der Berufsverkehr zum Albtraum. Nach der Explosion eines Tanklastwagens war eine viel befahrene Hochstraße zusammengebrochen. Der Verkehr staute sich kilometerweit.

San Francisco - Um totales Chaos zu vermeiden, hatten die Behörden Sonderzüge und mehr Busse und Fähren bereitgestellt, die kostenlos genutzt werden konnten. Dennoch staute sich der Verkehr wesentlich stärker als sonst.

Der Unfall hatte sich ausgerechnet an einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt direkt bei Oakland an der Bucht von San Francisco ereignet. Dort laufen drei Autobahnen zusammen - Zubringer zur Bay Bridge, der großen Brücke zwischen Oakland und San Francisco.

"Es hätte viel schlimmer kommen können", sagte Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger bei der Besichtigung der Unglücksstelle und meinte damit, dass gestern Morgen, als der Highway eingestürzt war, nicht viele Autos auf der Straße waren. Er rief dennoch den Notstand aus, um die Aufräum- und Reparaturarbeiten mit Hilfe von Bundesmitteln zu beschleunigen.

Nach Medienberichten stürzte der Tankwagen mit 32.000 Litern Benzin möglicherweise wegen überhöhter Geschwindigkeit in einer Kurve um und ging in Flammen auf. Die Hitze brachte die Stahlteile der Brückenkonstruktion zum Schmelzen, so dass ein etwa 80 Meter langer Abschnitt auf die darunter liegende Straße krachte. "Es sah wie ein riesiges geschmolzenes Stück Plastik aus", sagte ein Augenzeuge.

Der Tankwagenfahrer erlitt leichte Verbrennungen. Der 51 Jahre alte Mann war nach eigenen Angaben sofort aus der Fahrerkabine geklettert und von der Unglücksstelle weggerannt, bevor der Wagen explodierte. "Er hatte Brandblasen an den Händen. Seine Haare waren versengt", zitierte der "Chronicle" einen Taxifahrer, der dem Mann zu Hilfe gekommen war.

Berufspendler müssen sich auf Monate hinaus auf ein Verkehrschaos einstellen, da täglich mehr als 70.000 Autofahrer die Zubringer zur Bay Bridge nutzen. Der Schaden liegt nach Schätzungen weit über zehn Millionen Dollar (7,3 Millionen Euro). Die Reparaturen werden Experten zufolge bis zu einem halben Jahr dauern.

jdl/dpa

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