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Unfall in Enschede: Stadiondach begräbt mehrere Menschen unter sich

Foto: VINCENT JANNINK/ AFP

Eingestürztes Dach Zweites Todesopfer nach Stadionunglück

Nach dem Einsturz eines Stadiondaches in den Niederlanden ist eine weitere Person gestorben. Der Mann erlag am Freitag seinen Verletzungen. Experten rätseln über die Unfallursache.

Enschede - Nach dem Einsturz eines Tribünendachs im Fußballstadion des FC Twente in Enschede hat es ein zweites Todesopfer gegeben. Einer der 15 Verletzten sei im Krankenhaus gestorben, teilte die Gemeinde Enschede am Freitag mit. Am Unglücksort war bereits am Donnerstag ein 31 Jahre alter Bauarbeiter ums Leben gekommen.

Am Freitag begannen Experten zu prüfen, ob Fahrlässigkeit oder technisches Versagen das Unglück auslöste. "Polizei und technische Experten der Stadt Enschede sind daran beteiligt", teilte eine Sprecherin mit. Hauptanliegen der ersten Untersuchungen ist die Überprüfung der derzeitigen Sicherheit im Stadion, um den Zeitraum der Aufräumarbeiten bestimmen zu können. Die Ermittlungen zum Unfallhergang würden zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen, so die Sprecherin.

Die Südseite der Tribüne in der Arena war am Donnerstagmittag eingestürzt und hatte mehrere Personen unter sich begraben. Acht der Verletzten lagen nach Angaben der Stadt auch am Freitag noch im Krankenhaus, eine Person befinde sich nach wie vor in kritischem Zustand. Auch am Freitag bekundeten Freunde des FC Twente - unter ihnen viele im nahen Deutschland - ihr Beileid. In Enschede wurde ein Kondolenzregister ausgelegt.

Die Polizei hatte am Donnerstag mitgeteilt, der Vorfall habe offenbar mit Bauarbeiten am Stadion des Erstligisten zu tun. Die Arena wird derzeit um einen Rang erweitert, um die Kapazität von derzeit 24.000 auf 30.000 Plätze zu erhöhen.

Twente-Trainer Co Adriaanse hatte nach dem Unglück alle Testspiele und Pressetermine in dieser Woche abgesagt. Der Vorfall habe Spieler und Mannschaftsleitung "tief im Herzen getroffen", erklärte der Club. Wann Twente wieder Spiele in der heimischen Arena austragen kann, ist völlig unklar. Offenbar erwägt der Club, anstehende Champions-League-Spiele im etwa eine Autostunde entfernten Stadion von Bundesligist FC Schalke 04 in Gelsenkirchen auszutragen.

ulz/dpa/sid
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