Unfall am Bau Eisenstange durchbohrt Schädel - Brasilianer überlebt

Er fühlte nicht einmal Schmerzen: Der Bauarbeiter Eduardo Leite hat einen spektakulären Unfall offenbar glimpflich überlebt. Eine fast zwei Meter lange Eisenstange hatte sich durch den Kopf des Brasilianers gebohrt.
CT-Aufnahmen der Bauarbeiters: Keine Schmerzen nach dem Unfall

CT-Aufnahmen der Bauarbeiters: Keine Schmerzen nach dem Unfall

Foto: RICARDO MORAES/ REUTERS

Rio de Janeiro - Eduardo Leite dürfte künftig zweimal im Jahr Geburtstag feiern, zumindest hätte er guten Grund dazu. Der 24-jährige Brasilianer hat einen martialischen Unfall auf einer Baustelle in Rio de Janeiro nicht nur überlebt; offenbar hat er auch keine schweren Verletzungen davongetragen. Und das, obwohl eine Eisenstange von etwa 1,80 Meter Länge seinen Schädel durchschlagen hatte.

Die Stange war am Mittwoch auf der Baustelle aus dem fünften Stock des im Bau befindlichen Hauses auf Eduardo Leito gefallen, durchschlug den Helm, drang dann im Hinterkopf in den Schädel ein und kam zwischen den Augen wieder heraus. Seine Frau sagte, ihr sei geschildert worden, dass Leite bei der Einlieferung in die Klinik keine Schmerzen gespürt hätte. Obwohl die Stange aus seinem Schädel geragt habe und sein Gesicht von Blut bedeckt gewesen sei, habe er den Eindruck gemacht, als sei nichts geschehen.

Die Ärzte im Miguel-Couto-Krankenhaus von Rio de Janeiro brauchten fünf Stunden, um die Eisenstange wieder zu entfernen. "Er wurde in den OP-Saal gebracht, sein Schädel wurde geöffnet, das Gehirn untersucht, und dann hat der Chirurg entschieden, die Stange in derselben Richtung herauszuziehen, in die sie in den Schädel eingedrungen war", sagte der leitende Arzt Luiz Alexandre Esslinger.

Den Eingriff hat Leite offenbar sehr gut überstanden. "Es geht ihm heute gut, mit nur wenigen Beschwerden für eine fünfstündige Operation", sagte Esslinger. Leite sei bei klarem Verstand und scheine keine schweren Nachwirkungen zu haben. "Es war wirklich ein Wunder", dass er überlebte, erklärte Esslinger weiter. Man rechne damit, dass Leite noch mindestens zwei Wochen in der Klinik bleiben müsse.

Tatsächlich hatte der Bauarbeiter besonderes Glück: Wie ein anderer Arzt der Klinik dem Fernsehsender Globo TV erklärte, hätte Leite ein Auge verloren und wäre halbseitig gelähmt geblieben, wäre die Stange nur ein paar Zentimeter daneben durch den Schädel gedrungen. So aber hätte sie einen sogenannten nicht-eloquenten Bereich des Gehirns getroffen. Diese Bereiche erfüllen keine speziellen Funktionen wie Sprechen, Sehen oder Gleichgewichtssinn.

fdi/AP/dapd
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.