Eiserner Ladenhüter Thatchers Handtasche floppt bei Auktion

Die schwarze Handtasche der früheren britischen Premierministerin Margaret Thatcher ist legendär. Dennoch erwies sie sich bei einer Auktion als Enttäuschung: Sie kam für 25.000 Pfund unter den Hammer, ein Viertel des erhofften Preises.

London - Zur Regierungszeit der "Eisernen Lady" war die schwarze Handtasche Margaret Thatchers Markenzeichen. Die britische Premierministerin stellte sie bei Sitzungen ihres Kabinetts gern demonstrativ auf den Tisch. "Die Tasche war kein Schutz für sie, sie war eine Waffe", sagte Edwina Corrie, einst Ministerin im Kabinett Margaret Thatchers, der BBC. Die Tasche habe eine Aussage gehabt: "Ich bin der Boss, ich bin am Ruder. Ich habe die Macht und die Kontrolle."

30 Jahre lang war die schlichte Ledertasche der Marke Asprey im Besitz der "Iron Lady". Die heute 85-Jährige trug sie unter anderem bei einem Gipfeltreffen mit US-Präsident Ronald Reagan im Jahr 1985. In Großbritannien wurde während der Thatcher-Ära der Begriff "handbaging" geprägt - was übersetzt soviel heißt wie jemanden abkanzeln.

Nun wurde das legendäre Accessoire versteigert. Ein Mann aus Zypern habe die Tasche für 25.000 Pfund (28.200 Euro) erworben, teilte das Auktionshaus Christie's am Dienstag mit.

Die erzielte Summe war eher enttäuschend. Der frühere konservative Politiker und Thatcher-Stellvertreter Jeffrey Archer hatte die Auktion organisiert und einen Erlös von bis zu 100.000 Pfund erwartet. Das Geld kommt mehreren Wohltätigkeitseinrichtungen zugute.

Bei der Auktion kamen auch andere Accessoires von Prominenten unter den Hammer. Mit 97.250 Pfund brachte eine Stoppuhr, die einen wichtigen Rekord des britischen Leichtathleten Roger Bannister gestoppt hatte, am meisten ein. Er hatte als erster die Meile unter vier Minuten geschafft. Außerdem wurden Accessoires von Sänger Eric Clapton und Formel-1-Boss Bernie Ecclestone versteigert. Insgesamt wurden 402.100 Pfund für gute Zwecke eingenommen.

siu/AFP/dpa/Reuters
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