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Eiseskälte: Deutschland friert zu

Foto: Kay Nietfeld/ dpa

Eiseskälte Deutschland zittert im Dauerfrost

Vereiste Landebahnen und Straßen, zugefrorene Flüsse: Eis und Schnee führen deutschlandweit zu massiven Problemen im Verkehr. Auf mehreren Airports fielen Flüge aus, in Schleswig-Holstein forderte die Kälte ein Todesopfer.

Frankfurt/Main - Eiseskälte von Osten mit schneidendem Wind, ein neues Tief im Westen, das starken Schneefall bringt: Der Winter bleibt in Deutschland. Schnee und Eis behinderten am Sonntag den Verkehr auf dem Flughafen in Frankfurt. Am Morgen mussten nach Angaben des Flughafenbetreibers Fraport fast zwei Stunden lang die Start- und Landebahnen enteist werden. Bis zum Mittag seien 24 Flüge annulliert worden: 11 Landungen und 13 Starts. Zudem wurden den Angaben zufolge 16 Flüge auf andere Flughäfen in Düsseldorf, Köln, Stuttgart und Nürnberg umgeleitet. Passagiere müssten wegen des erneuten Wintereinbruchs generell mit Verspätungen von bis zu einer Stunde rechnen, sagte ein Sprecher.

Einschränkungen gab es auch im Schiffsverkehr: Auf dem Mittellandkanal fahren streckenweise wegen großer Eisschollen keine Schiffe mehr, ein Abschnitt wurde gesperrt, weil keine sichere Fahrt mehr gewährleistet werden könne. Mehrere Schiffe liegen fest. Das Eis hat laut Wasser- und Schifffahrtsdirektion eine Stärke von bis zu 20 Zentimetern erreicht.

Auf der Müritz - dem mit 117 Quadratkilometern größten See in Deutschland - ruht die Schifffahrt schon rund einen Monat.

78-Jähriger erfriert vor Pflegeheim

Die kalte Witterung in Norddeutschland kostete am Wochenende einen 78-Jährigen in Lindau im Kreis Rendsburg-Eckernförde das Leben. Er erfror in der Nacht zum Sonntag nach einem Sturz. Der Mann wurde am Sonnabend kurz vor 23 Uhr vor einer Pflegeeinrichtung in Lindau bewusstlos und stark unterkühlt gefunden, teilte die Polizei mit.

Bereits in der Nacht zum Sonntag sorgte Hoch "Dirk" vor allem im Osten Deutschlands für eisige Temperaturen unter minus 15 Grad. Am kältesten war es nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia in Grambow-Schwennenz in Mecklenburg-Vorpommern mit minus 18,8 Grad.

Von Westen her zieht Tief "Ina" ins Land und sorgt am Montag zwischen Brandenburg und Bayern für starke Bewölkung und Schneefall. Dabei bleibt es im Nordosten frostig, im Süden und Westen liegen die Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Im hessischen Heusweiler war es so spiegelglatt, das die Polizei zu ungewöhnlichen Maßnahmen griff. Beamte, die zu einem verunglückten Taxi unterwegs waren, ließen ihren Wagen stehen und schnallten sich Spikes unter die Schuhe, um voran zu kommen.

Dennoch haben die Deutschen von der kalten Jahreszeit noch nicht genug: 70 Prozent freuen sich über einen kalten und schneereichen Winter, wie eine Umfrage für das Nachrichtenmagazin "Focus" ergab. Nur 28 Prozent der Befragten würden eher höhere Temperaturen vorziehen. Vor allem die Jüngeren begrüßen einen eher strengen Winter.

11.500 Menschen in Polen ohne Strom

Im Süden Polens müssen 11.500 Menschen bei eisiger Kälte ohne Strom auskommen. Am schlimmsten sei die Lage in der Gemeinde Olkusz zwischen Krakau und Kattowitz, teilte eine Sprecherin des Krisenstabes am Sonntag mit. Dort seien seit Tagen mehr als 6000 Haushalte ohne Elektrizität, auch die Fernwärme- und Wasserversorgung liege still und die Telefonleitungen seien unterbrochen. Am Sonntag war es in Polen bis zu minus 17 Grad kalt. In der Nacht zum Montag soll die Temperatur in Ostpolen auf bis zu minus 28 Grad sinken.

Nach heftigen Schneefällen in den vergangenen Wochen waren unter den Schneemassen viele Bäume zusammengebrochen, Strommasten beschädigt worden und Leitungen zerrissen. Vor zwei Wochen hatten noch rund 100.000 Menschen in Polen keinen Strom. Seitdem sind die Reparaturteams rund um die Uhr im Einsatz. Auch Armee-Einheiten halfen mit.

pad/dpa/apn

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