Elefantenjagd in Indien Osama-Killer gesucht

Er trampelte zwölf Menschen zu Tode: Nun soll der indische Elefant Osama selbst sterben. Der Vierbeiner wird von zwei Schützen gejagt. Vorgängern des Schurken-Elefanten erging es ähnlich - nur waren sie cleverer als Osama.


Neu Delhi – Die indischen Behörden im nordöstlichen Bundesstaat Assam haben den wild gewordenen Elefanten zum Abschuss freigegeben, weil er zwölf Menschen tot getrampelt hat. Das Tier, wegen seiner Zerstörungswut und in Anlehnung an den gleichnamigen El-Kaida-Anführer Osama genannt, soll laut Forstbehörde von Assam bis Ende des Jahres getötet werden. Zwei Schützen sollen den Elefanten jagen, der im vergangenen Monat in mehreren Dörfern im Distrikt Sonitpur gewütet hatte.

Indischer Elefant: Vertreibung aus seinem Lebensraum
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Indischer Elefant: Vertreibung aus seinem Lebensraum

Osama ist nicht der erste Schurken-Elefant der indischen Geschichte. Vier weitere Elefanten bekamen diesen Namen, weil sie Menschen getötet hatten. Osama ist allerdings der erste Elefant, der tatsächlich erschossen werden soll. Seine Vorgänger waren einfach in andere Gegenden weitergezogen und damit aus dem Einflussbereich der Behörden verschwunden.

Die indischen Elefanten werden immer mehr aus ihren angestammten Lebensräumen vertrieben. Die Gründe sind der Rückgang der Waldgebiete und Siedlungsbau. In Indien gibt es rund 10.000 Elefanten, in Assam leben mehr als die Hälfte davon. Nach offiziellen Schätzungen töteten Elefanten in den vergangenen fünf Jahren 248 Menschen in dem Bundesstaat – im selben Zeitraum töteten Menschen 260 Elefanten. Wütende Dorfbewohner sollen viele der Elefanten vergiftet haben.

ner/dpa



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