Umsiedlung von Elefantenherde Der Schwertransport

Wenn Menschen kommen, müssen Elefanten weichen: Mit schwerem Gerät bringen Tierschützer in der Elfenbeinküste eine Herde Waldelefanten in ein neues Zuhause. Der Umzug geht ganz schön ins Geld.

AP/ IFAW

Dakar - Elefanten am Kran, Elefanten auf dem Lkw: Im ivorischen Örtchen Daloa bot sich Schaulustigen in den vergangenen Tagen ein ungewöhnliches Bild: Tierschützer starteten dort die Umsiedlung einer Herde Waldelefanten. Die Verladung der Tiere diente deren Schutz - ebenso wie die Zehn-Stunden-Fahrt in ihre neue Heimat.

Laut der Organisation International Fund for Animal Welfare (IFAW) wurden die Tiere in Daloa betäubt, um sie in den Assagny-Nationalpark an der Südküste des Landes zu bringen. Es ist den Tierschützern zufolge die erste Rettungsaktion dieser Art für Waldelefanten. Ihr Lebensraum sind dichte Wälder, die sich von der Zentralafrikanischen Republik bis nach Liberia erstrecken. Die Tiere sind kleiner als die Afrikanischen Elefanten, die in den östlichen und südlichen Regionen des Kontinents leben.

Elefanten gelten als Nationaltier der Elfenbeinküste. Spitzname der Fußball-Nationalmannschaft ist "Die Elefanten". Umso erschreckender ist es, dass in dem Land laut Tierschützern nur noch wenige hundert Waldelefanten leben, weil Wilderer viele Tiere abschlachten. Offizielle Angaben zur Zahl der Elefanten gibt es nicht.

Die Elefantenherde bei Daloa war aus dem Marahoue-Nationalpark vertrieben worden, weil sich dort Menschen angesiedelt hatten. Vermutlich handelte es sich dabei um Personen, die 2010 und 2011 wegen der Gewalt nach den Präsidentschaftswahlen auf der Flucht waren. Wegen der menschlichen Eindringlinge hatten die Tiere ihren Lebensraum in die Nähe Daloas verlagert, Felder verwüstet und einen Jungen getötet, der aus Versehen Jungtieren zu nahe gekommen war.

Um das Problem zu lösen, ohne die Tiere zu erlegen, habe die Regierung die Tierschützer kontaktiert, sagte eine IFAW-Sprecherin. "Diese Umsiedlung löst ein großes Problem", sagte sie. Das Projekt trage zur Sicherheit von Tieren und Menschen bei.

Die Aktion soll insgesamt eine Woche dauern und etwa eine Viertelmillion Dollar kosten.

ulz/AP



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