Else Kling "Ich gebe der Lindenstraße noch zwei Jahre"

Schauspielerin Annemarie Wendl alias Hausmeisterin Else Kling aus der "Lindenstraße" sieht für den ARD-Dauerläufer keine große Zukunft. Die Drehbücher seien fad - und ohne sie selbst fehle "das Salz in der Suppe", moserte die 91-Jährige nach ihrem Ausstieg.


Hamburg - In der Folge vom letzten Sonntag wurde Else Kling, die ewig griesgrämige Hausmeisterin in der "Lindenstraße", beerdigt. Darstellerin Annemarie Wendl sieht die Zukunft der ARD-Soap nach ihrem Abgang pessimistisch. "Ich gebe der 'Lindenstraße' noch zwei Jahre", sagte die 91-Jährige der "Bild am Sonntag".

Wendl als Hausdrachen Else Kling: Stellte den Besen in die Ecke
DPA

Wendl als Hausdrachen Else Kling: Stellte den Besen in die Ecke

Ihre Kritik fällt deutlich aus: Die Drehbücher hätten keinen Biss, sagte Wendl. "Früher ging es um die ganz großen Themen, damals war alles viel direkter. Heute sind die Folgen langweilig, fad und austauschbar." Produzent Hans W. Geißendörfer müsste an den Drehbüchern arbeiten, sei aber zu "arrogant", so Wendl, die in der Serie 21 Jahre lang Else Kling gespielt hatte.

Die Schauspielerin hält sich selbst für unersetzlich - und so sähen es auch die Fans: "Ohne mich fehlt das Salz in der Suppe", sagte Wendl und verriet, dass sie gern einmal im Münchner "Tatort" mitspielen würde. "Aber keine Leiche - sondern die Mörderin".

"Lindenstraßen"-Protagonistin Else Kling war Ende Mai den Serientod gestorben - in der 1069. Folge. Wendl hatte ihren Ausstieg aus gesundheitlichen Gründen dem Produzent Geißendörfer bereits Ende 2004 mitgeteilt und im vergangenen Jahr öffentlich bekannt gegeben. Mit 91 Jahren wollte sie sich nicht länger dem Drehstress und dem Dauerpendeln zwischen dem Drehort Köln und ihrem Wohnsitz in München aussetzen.

jol/ddp



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.