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Emma Corrin »Ich mag Leute«

aus DER SPIEGEL 31/2022
Foto: Jeff Kravitz / FilmMagic / Getty Images

Die jüngere Generation hat es mit Fragen der sexuellen Iden­tität viel leichter – so die These der nicht binären Schauspielerin Emma Corrin, 26. Das sei ihr klar geworden, als sie öffentlich machte, dass sie auch Frauen liebt. Der »Vogue« sagte Corrin, bekannt für die Darstellung von Prinzessin Diana in der Netflix-Serie »The Crown«: »Mein kleiner Bruder sagte, ›willkommen, ich bin schon ewig bi‹. Diese Generation ist so viel entspannter, sie findet einen Weg, sich weniger binär auszudrücken, der völlig natürlich wirkt. Wir hängen irgendwie dazwischen.« Um der weder männlich noch weiblich definierten Identität Rechnung zu tragen, werden im Englischen die Pronomen »they/them« verwendet, im Deutschen gibt es keine Entsprechung. Corrin glaubt nicht, dass man sein Geschlecht fest­legen muss: »Für mich könnte es immer etwas von dieser Fluidität behalten.« Flexibel ist Corrin auch beim Daten, Frauen sowohl als Männer kommen für amouröse Beziehungen in Betracht: »Ich mag Leute.« Allerdings bringe das manchmal Irritationen mit sich, es komme vor, dass ein »enormer Druck« zu verspüren sei, die LGBTQ+-Identität zu rechtfertigen. Einen Mann zu daten könne sich »sehr widersprüchlich« anfühlen, »obwohl ich sehr glücklich bin«. Auch bei der Schauspielerei sei sie hin und wieder angespannt, wenn es darum gehe, Weiblichkeit darzustellen. Es sei zum Beispiel nicht immer leicht, einen BH anzuziehen, erzählt Corrin, gibt diesen Befind­lichkeiten aber nicht nach: »Ich schauspielere, und ich habe einen Job zu erledigen.«

KS
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