Schiffsunfall auf der Ems Schwer beschädigte Eisenbahnbrücke muss neu gebaut werden

Der Schiffsunfall auf der Ems hat gravierende Folgen: Eine Eisenbahnbrücke ist so stark beschädigt, dass sie nicht mehr instand gesetzt werden kann. Der Neubau dürfte mehrere Jahre dauern.
Schiffsunfall auf der Ems: Schwer beschädigte Eisenbahnbrücke muss neu gebaut werden

Schiffsunfall auf der Ems: Schwer beschädigte Eisenbahnbrücke muss neu gebaut werden

Foto: Lars Klemmer/ dpa

Ein Frachtschiff hat am Donnerstagabend auf der Ems eine Eisenbahnbrücke gerammt. Bei der Kollision im ostfriesischen Weener ist ein Millionenschaden entstanden. Die sogenannte Friesenbrücke sei so stark beschädigt, dass sie nicht mehr instand gesetzt werden könne, sagte ein Bahnsprecher. Ein Neubau werde Jahre dauern. Bis dahin müssten Reisende von Leer ins niederländische Groningen auf Busse umsteigen.

Die Wasserschutzpolizei befragte am Freitag die Besatzung des Schiffes, den Lotsen und den Brückenwärter, um die Unfallursache zu klären. Erste Ergebnisse sollen nach Angaben der Ermittler Anfang kommender Woche vorliegen. Es könne sein, dass Absprachen zwischen dem Frachterkapitän und den Mitarbeitern an der Eisenbahn-Klappbrücke falsch gelaufen seien, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei.

Die Ems wurde zunächst für die Schifffahrt gesperrt. Binnenschiffe sollen sie aber im Laufe des Tages wieder passieren können. Bis der Fluss wieder für Seeschiffe offen ist, wird es voraussichtlich noch einige Tage dauern. Die Bahnstrecke zwischen Leer und Groningen, die über die mehr als 300 Meter lange Eisenbahnbrücke führt, wurde komplett gesperrt.

Frachter zurück nach Papenburg geschleppt

Durch die Kollision wurde die Friesenbrücke um wenige Meter verschoben, einige Teile wurden abgerissen. Das teilte die Wasserschutzpolizei in Emden mit. Behördenangaben zufolge war die Klappbrücke nicht geöffnet. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand.

Fotostrecke

Niedersachsen: Schiffsunfall auf der Ems

Foto: Lars Klemmer/ dpa

Neben den Bahngleisen gibt es auf der Brücke auch einen Fußgänger- und Radweg. Wenn größere Schiffe die Brücke passieren, wird das Mittelteil der Stahlkonstruktion normalerweise hochgeklappt.

Laut Polizei hatte der unter der Flagge von Antigua und Barbuda fahrende Frachter gegen 17.30 Uhr Papenburg in Richtung Nordsee verlassen. Das hundert Meter lange Schiff kehrte nach der Kollision mithilfe von Schleppern zum Papenburger Hafen zurück. Dort sollen die Ermittlungen weitergehen. Vorläufig darf das Schiff den Hafen nicht verlassen.

wit/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.
Merkliste
Speichern Sie Ihre Lieblingsartikel in der persönlichen Merkliste, um sie später zu lesen und einfach wiederzufinden.
Jetzt anmelden
Sie haben noch kein SPIEGEL-Konto? Jetzt registrieren