Entführung Freie Geiseln wollen wieder nach Iran

Die in Iran frei gelassenen Geiseln sind in Teheran eingetroffen. Sie seien von ihren Kidnappern nicht misshandelt worden, berichteten die aus Deutschland und Irland stammenden Radtouristen.


Iran: Storm (M.) und Brück (r.) im Interview
DPA

Iran: Storm (M.) und Brück (r.) im Interview

Teheran - Die beiden Bremer Oliver Brück und David Storm sowie der Ire Aidan James Leahy wurden in Teheran von ihren Botschaftern am Flughafen empfangen. "Es geht uns eigentlich sehr gut, aber wir wollen nur so schnell wie möglich nach Hause", sagte Brück, der wie die anderen beiden von den iranischen Behörden neu eingekleidet worden war. Die beiden Deutschen werden wahrscheinlich in der Nacht zum Dienstag mit einer Lufthansa-Maschine Teheran verlassen und gegen 4 Uhr am Morgen in Frankfurt ankommen. Bis zum Abflug bleiben sie in der deutschen Botschaft in Teheran.

Sie seien Anfang des Monats von Unbekannten auf der Landstraße zwischen Bam und Sahedan im Südosten Irans entführt worden, berichtete Brück. "Von der Gruppe wissen wir nicht viel, aber anscheinend wollten die uns gegen ihre inhaftierten Kameraden austauschen." Wie die Entführten letztlich freikamen, sagte er nicht. David Storm, der noch sichtlich unter dem Eindruck der Geiselhaft stand, wollte keine Auskunft geben. Der Ire Leahy betonte, von den Entführern nicht gefoltert oder misshandelt worden zu sein. Dennoch hätten die drei Geiseln unter psychischem Druck gestanden. Die Gekidnappten kündigten an, wieder nach Iran fahren zu wollen. Während der vier Wochen dauernden Entführung seien sie gut behandelt worden

Ein iranischer Beamter am Flughafen sagte, die Polizei habe sich zwar auf keinen Handel mit den Entführern einlassen, aber gleichzeitig auch das Leben der Geiseln nicht gefährden wollen. "Wichtig ist jedoch, dass sie gesund sind und zu Neujahr nun nach Hause können", sagte er. Die Entführer, die nach Behördenangaben zu berüchtigten Drogenbanden der Region Sistan-Belutschistan zählten, hatten ein Lösegeld von fünf Millionen Euro gefordert oder die Freilassung von inhaftierten Bandenmitgliedern verlangt.

Das Innenministerium in Teheran hatte beide Forderungen strikt abgelehnt. Wie die Geiseln freikamen, wurde nicht erklärt. "Die iranische Seite hat sehr professionell gehandelt, und wir sind ihnen sehr dankbar", sagte der deutsche Botschafter in Teheran, Paul Freiherr von Maltzahn.



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