Entführungsdrama Rebellen drohen mit Enthauptung einer Geisel

Die Lage der aus Malaysia verschleppten Touristen hat sich verschärft. Die moslemische Rebellengruppe Abu Sayyaf drohte damit, eine der Geiseln zu köpfen.


In der Provinz Sulu sind zahlreiche Soldaten und Milizen zusammengezogen
AP

In der Provinz Sulu sind zahlreiche Soldaten und Milizen zusammengezogen

Manila/Jolo - In einer in der südphilippinischen Stadt Zamboanga ausgestrahlten Radiosendung forderte die Gruppe, Sondervermittler Nur Misuari abzulösen. Andernfalls werde einer der Menschen in ihrer Gewalt geköpft, sagte der Sprecher der extremistischen Moslemgruppe, Abu Ahmad Salayuddin.

Zuvor hatte es noch den philippinischen Vermittlern geheißen, dass man "mit vernünftigen Menschen spreche". Chefunterhändler Misuari hatte insgesamt sieben Unterhändler in das Lager der Kidnapper geschickt, das in einem abgelegenen Dschungelgebiet der südphilippinischen Provinz Sulu liegt. Die Rebellen forderten kein Lösegeld, sagte ein Unterhändler. Dafür verlangen sie unter anderem die Ausweitung der Autonomie auf der südlichen Philippinen-Insel Mindanao.

Die 21 Geiseln - darunter die Göttinger Familie Wallert, andere Ausländer und Malaysier - seien alle bei "guter Gesundheit und wohlauf", so der Vermittler. Die Gespräche sollen an diesem Samstag fortgesetzt werden.

Am Morgen waren etwa 400 schwer bewaffnete Polizisten und Soldaten in Richtung der Verstecke der Entführer entsandt worden. "Dies geschieht in Vorbereitung auf den Beginn von Verhandlungen und um die Unterhändler zu schützen", sagte der Polizeichef der südlichen Sulu-Provinz, Candido Casimiro.



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