Entschuldigung Jens Riewa im Liebeswahn

"Tagesschau"-Sprecher Jens Riewa sitzt in der Tinte. Mit deftigen Bemerkungen über Liebe, Sex und Sängerin Michelle hat sich der ARD-Nachrichtenmann in die Schlagzeilen gebracht. Und da kommt er nun wohl so schnell nicht mehr raus - auch wenn er sich bei seinem Chef entschuldigt hat.

Hamburg - Jens Riewas "schlimme Liebesqualen" war am Freitag auf dem Titel der "Bild"-Zeitung zu lesen. Im Blatt wird der Nachrichtenmann mit Worten zitiert wie: "Mit Michelle war es der Himmel auf Erden." Allerdings habe es auch Probleme gegeben. Nachdem sie mit den Kindern bei ihm eingezogen sei, sei sie manchmal allein in eine Disco gegangen. "Sie hatte ein sexy Kleid an und bestimmt mal wieder nichts drunter. Ich musste zu Hause bleiben. Da war ich sehr eifersüchtig."

Liebeswahn, PR in eigener Sache oder Hormonschwankungen? Jens Riewa, dessen Job es ist, gut zu sprechen und dabei gut auszusehen, ist sich offensichtlich bewusst, dass geschriebene Sätze wie die oben zitierten beim Leser mit Stirnrunzeln oder Schenkelklopfen aufgenommen werden.

Beim Chefredakteur von ARD aktuell, Bernhard Wabnitz, der für die "Tagesschau" zuständig ist, hat sich der 38-jährige Nachrichtenmann Riewa inzwischen entschuldigt. Das bestätigte NDR-Sprecher Martin Gartzke gegenüber SPIEGEL ONLINE. Riewa bedauere insgesamt den Vorfall. Damit sei für den Sender die Sache erledigt. "Allerdings legte die ARD Wert darauf, dass sich so etwas nicht wiederholt," sagte Gartzke. Doch das Springer-Blatt verbreitet neue pikante Details. Dazu Gartzke: "Ein neues Gespräch zwischen Riewa und 'Bild' hat es nicht gegeben."

Bereits am Dienstag hatte das Blatt die "Liebessensation des Jahres" platzen lassen. Riewa soll danach beispielsweise zu Michelle gesagt haben: "Warum willst du ein Kind adoptieren? Ich mach dir eins." Bemerkungen wie die 30-Jährige sei eine "Granate im Bett" oder nie habe er besseren Sex gehabt als mit ihr nahm er später zurück. Das entspreche nicht seinem Sprachgebrauch.

Seriosität gehört zu den wichtigsten Eigenschaften eines "Tagesschau"-Sprechers. Das musste auch eine von Riewas Kolleginnen lernen. Als sich Susan Stahnke 1998 in Strapsen als Marlene Dietrich fotografieren ließ, hatte der Sender dafür wenig Verständnis. "Für eine Sprecherin der Tagesschau gibt es Mindestanforderungen an Glaubwürdigkeit und Seriosität", hatte NDR-Programmdirektor Jürgen Kellermeier damals erklärt. Wenig später verließ die Blondine das Erste Programm mit Ziel Hollywood.

Riewa werde demnächst auf den Bildschirm zurückkehren, heißt es beim NDR. Dass er derzeit nicht im Dienstplan stehe, habe nichts mit den Vorgängen zu tun. Fortsetzung folgt.

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