Entwarnung Keine Bombe an Bord einer Lufthansa-Maschine

Wegen einer Sprengstoffwarnung ist eine von Deutschland nach Israel fliegende Lufthansa-Maschine gestern umgeleitet worden. Israelische Kampfjets begleiteten das Passagierflugzeug nach Zypern. Bei einer anschließenden Durchsuchung wurde keine Bombe gefunden.


Sicherheitsleute am Lufthansa-Jet: Drohung nicht ernst zu nehmen
AFP

Sicherheitsleute am Lufthansa-Jet: Drohung nicht ernst zu nehmen

Tel Aviv - Israelische Sicherheitsbehörden hätten eine Warnung über Sprengstoff an Bord der mit 350 Passagieren besetzten Boeing 747-400 erhalten, hatte zuvor ein Radiosender der israelischen Armee gemeldet. Verteidigungsminister Schaul Mofas entschied im Anschluss, die Maschine mit der Flugnummer LH686, die um 10.18 Uhr in Frankfurt gestartet war, dürfe nicht wie geplant auf dem Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv landen. Israelische Militärflugzeuge eskortierten die Lufthansa-Maschine zur Landung nach Larnaca auf Zypern.

Wie heute bekannt wurde, kamen die Kampfjets bei dem Manöver der Maschine einer Schweizer Luftfahrtgesellschaft gefährlich nah. Die zypriotischen Behörden zeigten sich verärgert darüber, dass die israelischen Piloten den potenziell hoch riskanten Einsatz flogen, ohne sich mit den Luftfahrtbehörden Zyperns abzusprechen. Wie Kommunikationsminister Haris Thrassou mitteilte, habe ein Schweizer Flugzeug seine Flughöhe ändern müssen, nachdem sich die zwei israelischen F-16-Jets ihm genähert hatten. "Es sieht so aus, als hätten sie dann ihren Fehler erkannt und seien in Richtung der Lufthansa-Maschine weitergeflogen", sagte der Minister.

Die Sprengstoffwarnung war unter anderem beim Büro der Lufthansa in Frankfurt eingegangen: "Nach dem Abflug der Maschine in Frankfurt erreichte Lufthansa eine Bombendrohung, die aber nach Rücksprache mit den Sicherheitsbehörden als nicht ernst zu nehmen eingestuft wurde", sagte ein Lufthansa-Sprecherin. Auf Bitten der israelischen Behörden sei das Flugzeug dann aber doch nach Larnaka auf Zypern umgeleitet worden. Zunächst hatte das israelische Radio berichtet, die Kampfjets hätten die Maschine zur Landung gezwungen.

Dieser Darstellung widersprach die Lufthansa inzwischen. "Es geht nicht darum, dass Jagdflugzeuge uns zwingen mussten", sagte die Lufthansa-Sprecherin. "Richtig ist, dass zwei israelische Militärmaschinen die Lufthansa-Maschine kurzfristig begleitet haben."

Erst gestern war ein aus Frankfurt am Main kommendes Flugzeug nach einer Bombendrohung in Manchester notgelandet, bei einer Durchsuchung der Maschine wurde aber nichts gefunden. Auch zwei weitere Drohungen gegen einen Lufthansa- und einen United-Airlines-Flug erwiesen sich als Fehlalarm.



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