"Er wollte nur spielen" Tiger tötete Dompteur

Ein junger Zirkustiger hat in Italien einen Dompteur angefallen und durch einen Biss in den Hals getötet.


Rom - Das Opfer, der 70-jährige Niederländer Gaston Bosman, galt als sehr erfahrener Raubtierdompteur. Italienische Zeitungen berichteten am Mittwoch, die nur eineinhalb Jahre alte Tigerin Hismet habe den Dompteur plötzlich ohne ersichtlichen Grund angesprungen. Die Jungtiere seien für öffentliche Auftritte in der Manege vorbereitet worden. Ein anderer Tiger aus der Gruppe verletzte die Ehefrau des Dompteurs, als sie in den Käfig stürzte und ihrem Mann zu Hilfe eilen wollte. Das Drama ereignete sich beim Training im Winterquartier des Zirkus Moira Orfei in Venetien.

"Vielleicht wollte die Katze lediglich spielen", versuchte ein Experte den Unfall zu erklären. Tierschützer sprachen von einer "Rache der Natur" und forderten ein Ende von Raubtierdressuren. Der Vorsitzende des italienischen Zirkusverbandes, Egidio Palmiri, sagte, den letzten Todesfall dieser Art habe es in Italien vor 20 Jahren geben.

Erst vor drei Jahren war es in der US-amerikanischen Stadt Carrolltown im Bundesstaat Pennsylvania zu einem ähnlich grausigen Vorfall gekommen. Dort war ein Zirkusbesitzer während der Vorstellung vor den Augen von 200 Zuschauern von einem bengalischen Tiger angefallen, zu Tode gebissen und anschließend wie ein erlegtes Beutetier durch die Arena geschleift worden.



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