Erdbeben in Albanien Dutzende Menschen aus Trümmern gerettet

Nach einem der schwersten Erdbeben seit Jahrzehnten steigt in Albanien die Zahl der Opfer. Mindestens 46 Verschüttete konnten gerettet werden.

Florion Goga/ REUTERS

Rettungskräfte haben nach einem Erdbeben in Albanien 46 Überlebende aus den Trümmern befreit. Dies teilte das Verteidigungsministerium am Morgen mit. Die Zahl der Todesopfer sei auf 28 gestiegen, 650 Menschen seien verletzt.

Ministerpräsident Edi Rama erklärte den Mittwoch zum nationalen Trauertag. Staatliche Institutionen waren aufgerufen, die Flaggen auf halbmast zu setzen. Außerdem kündigte Rama auf einer Regierungssitzung die Verhängung des Ausnahmezustands für die am schlimmsten betroffenen Regionen Tirana und Durres an.

Das Erdbeben hatte am frühen Dienstagmorgen den Westen des kleinen Balkanstaats erschüttert. In Tirana, der Hafenstadt Durres und einigen Landgemeinden stürzten Häuser ein, Menschen liefen in Panik auf die Straße. Das Beben war über die Landesgrenzen hinaus zu spüren, so etwa in Nordwestgriechenland, Südserbien und in Teilen Süditaliens.

Das Institut für Geowissenschaften in Tirana und das Deutsche Geoforschungszentrum in Potsdam gaben die Stärke des Bebens mit 6,3 an, die US-Erdbebenwarte (USGS) mit 6,4.

Suche nach Überlebenden dauert an

Noch immer werden Opfer unter den Trümmern vermutet. Mit der Unterstützung von Spürhunden und etwa 200 Experten aus ganz Europa suchten Bergungsteams in den Ruinen der am schwersten betroffenen Hafenstadt Durres und dem nahegelegenen Ort Thumana nach Verschütteten.

In Durres wurde eine 24-Jährige in einem eingestürzten Gebäude vermutet. In einem nahegelegenen Haus konnten die Helfer hingegen nur noch die Leichen eines älteren Paars bergen. In der Nacht hatten sie deren Sohn zunächst lebend aus den Trümmern holen können, doch erlag er wenig später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Laut Angaben einer Nachbarin lebte und arbeitete der Sohn wie viele Albaner im Ausland und war nur zu Besuch bei seinen Eltern, als das Beben ihr Haus zum Einsturz brachte.

Auch auf Kreta bebte die Erde

Die griechische Insel Kreta wurde am Mittwoch von einem Erdbeben der Stärke 6,0 erschüttert. Es gab den Behörden zufolge keine Berichte über Verletzte oder Schäden. Allerdings war die Erschütterung bis in die 265 Kilometer entfernte Hauptstadt Athen zu spüren. Schulen und andere öffentliche Einrichtungen wurden geschlossen.

Ein Beben der Stärke 5,4 hatte am Dienstag auch Bosnien-Herzegowina ereilt. Sein Epizentrum befand sich 80 Kilometer südlich von Sarajevo. Damit lag es etwa 250 Kilometer entfernt vom Epizentrum des albanischen Bebens.

Im Video: Erdbeben erschüttert Albanien

Hektor Pustina/ AP/ DPA

ala/dpa



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