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Chile nach dem Beben: Chaos und Gewalt in Concepción

Foto: Leo La Valle/ dpa

Erdbeben in Chile Präsidentin korrigiert Zahl der Toten nach unten

Es war von 800 Toten die Rede, nun sind es offenbar deutlich weniger. Nach dem verheerenden Erdbeben in Chile herrscht Verwirrung über die genaue Zahl der Opfer. Die Präsidentin räumt jetzt ein, dass Vermisste zunächst für tot erklärt worden waren.

Santiago de Chile - Sechs Tage nach der Katastrophe suchen Einsatzkräfte mit Spürhunden noch immer nach Überlebenden. Feuerwehrleute stochern mit langen Stangen nach Körpern, die unter dem Geröll verborgen sein könnten. Auch Bulldozer sind im Einsatz, um tonnenweise Schutt von den Straßen zu räumen.

Langsam wird klar: Bei dem schweren Erdbeben in Chile sind deutlich weniger Menschen gestorben als bislang angenommen. Die Regierung hatte die Zahl der Toten zunächst mit rund 800 angegeben, diese nun aber drastisch gesenkt. Nach Angaben von Vizeinnenminister Patricio Rosende wurden nach den Erdstößen vom vergangenen Wochenende und den nachfolgenden Flutwellen bislang genau 279 Leichen identifiziert.

Grund für die Korrektur: Mehr als 200 Namen von bislang lediglich vermissten Menschen waren irrtümlich auf die Liste der Toten gesetzt worden, wie Präsidentin Michelle Bachelet jetzt sagte.

Kritik an der Regierung

Die fehlerhaften Angaben lösten neuerliche Kritik an der Regierung aus. Sie war schon zuvor wegen der fatalen Tsunami-Entwarnung am Tag des Erdbebens, des späten Einsatzes von Truppen gegen Plünderer und des späten Eintreffens von Hilfsgütern für Millionen von Menschen angegriffen worden.

Darüber hinaus kommt die Erdbebenregion auch sechs Tage nach dem verheerenden Erdstoß vom vergangenen Samstag nicht zur Ruhe. Am Freitag wurde die Katastrophenregion erneut von einer Serie schwerer Nachbeben mit Stärken von bis zu 6,8 auf der Richterskala erschüttert. Die Erdstöße waren damit die schwersten seit dem ersten Beben vom vergangenen Samstag.

Einige bereits beschädigte Gebäude stürzten ganz ein. Berichte über neue Opfer gab es jedoch zunächst nicht. Die Marine betonte, es bestehe keine Gefahr neuer Tsunamis. Die zahlreichen Nachbeben sind nach Angaben von Experten normal, versetzen die traumatisierten Menschen jedoch immer wieder in Angst und Schrecken und behindern die Hilfsmaßnahmen.

Unterdessen ordnete die Regierung eine dreitägige Staatstrauer zum Gedenken an die Opfer an. Sie soll am Sonntag um Mitternacht beginnen. Bachelet rief die Bürger auf, als Zeichen der Solidarität mit den Opfern während der Staatstrauer an jedem Haus eine chilenische Flagge aufzuhängen. Am Freitag traf Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon zu einem zweitägigen Solidaritätsbesuch in der Erdbebenregion ein.

jpf/dpa/Reuters/AFP/apn