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20. April 2013, 08:41 Uhr

Epizentrum in Sichuan

Dutzende Tote bei Erdbeben in China

Die chinesische Provinz Sichuan ist von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Viele Menschen wurden im Schlaf überrascht, es gab mindestens hundert Tote und mehr als 2000 Verletzte. In der Region hatte sich erst vor wenigen Jahren ein fatales Beben ereignet.

Peking - Der Erdstoß kam um 8.02 Uhr: Durch ein Beben in der Provinz Sichuan sind in China am Samstagmorgen mindestens hundert Menschen ums Leben gekommen und rund 2200 verletzt worden, berichtet die Nachrichtenagentur China News Service. Viele Menschen schreckten aus dem Schlaf hoch und liefen in Panik auf die Straße.

Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua gab die Stärke des Erdbebens in Ya'an im Distrikt Lushan unter Berufung auf Chinas Erdbeben-Netzwerkzentrum mit 7,0 an. Das Epizentrum des Bebens lag demnach in der Region Ya'an in der Provinz Sichuan in etwa 13 Kilometern Tiefe. Die US-Erdbebenwarte (USGS) hatte die Stärke des Bebens anfangs mit 6,9 angegeben, stufte sie dann jedoch auf 6,6 zurück.

USGS rechnete mit "Schäden großen Ausmaßes". Die Provinzregierung von Sichuan teilte mit, es seien mehr als 10.000 Häuser zerstört worden.

Laut Xinhua waren 2000 Soldaten unterwegs in das Unglücksgebiet, um die dortigen Rettungskräfte zu verstärken. Die Wasser- und Stromversorgung wurde unterbrochen. Auf chinesischen Nachrichtenseiten waren Bilder von eingestürzten Häusern und Verletzten mit blutigen Bandagen zu sehen. Die Rettungskräfte hätten 27 Überlebende aus den Trümmern geborgen, berichtet Xinhua.

Die Nachrichtenagentur zitierte einen Einwohner der Provinzhauptstadt Chengdu, der vom 13. Stock eines Gebäudes aus sah, wie Ziegel von umliegenden Häusern flogen. Ein Bewohner der mehrere hundert Kilometer weiter östlich gelegenen Megastadt Chongqing mit 30 Millionen Einwohnern berichtete, wie Lampen schwankten und das Wasser in seinem Fischglas sich heftig bewegte.

Im Mai 2008 hatte die dicht besiedelte Provinz Sichuan eines der schlimmsten Erdbeben in Jahrzehnten mit etwa 70.000 Toten und 18.000 Vermissten erlebt. Die Bausubstanz in Chinas ländlichen Gebieten ist häufig minderwertig und nicht erdbebentauglich.

dab/dpa/Reuters/AFP

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