Erdbeben in der Türkei 13-Jähriger überlebt 108 Stunden unter Trümmern

Ein 13-Jähriger konnte fünf Tage nach dem schweren Erdbeben in der Osttürkei aus den Trümmern gerettet werden. Sein Gesundheitszustand ist laut Ärzten gut. Die Zahl der Opfer steigt allerdings weiter an - und die Überlebenden haben zunehmend mit der Kälte zu kämpfen.


Ercis - Es sind Erfolge, die den Rettern Mut machen und den Menschen Hoffnung geben: Seit dem Erdbeben konnten Helfer immer wieder Menschen aus den Trümmern ziehen, die trotz kalter Nächte überlebten. Ein zwei Wochen altes Baby war unter den Geretteten, am Donnerstag zwei junge Männer - und nun, fünf Tage nach dem schweren Erdbeben im Osten der Türkei, ein 13-jähriger Junge.

Rettungskräfte haben Serhat Tokay in der Nacht zu Freitag in Ercis lebend aus Trümmern befreit, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag. Dort sei er seit dem Beben vom Sonntag unter dem Schutt eines eingestürzten Hauses eingeschlossen gewesen. Tokay verbrachte rund 108 Stunden unter den Trümmern. Nach Angaben von Ärzten war sein Gesundheitszustand gut.

Nach jüngsten Behördenangaben konnten seit dem Beben der Stärke 7,2 in der Provinz Van nahe der Grenze zum Iran insgesamt 187 Menschen lebend gerettet werden. Die Zahl der Todesopfer ist inzwischen auf 570 gestiegen, 2555 Menschen wurden verletzt.

Fotostrecke

4  Bilder
Erdbeben in der Türkei: Junge nach fünf Tagen gerettet
Der türkische Staatspräsident Abdullah Gül will eigenen Angaben zufolge am Freitag in das Katastrophengebiet reisen. Die Provinz wird mehrheitlich von Kurden bewohnt. Die Türkei wird immer wieder von heftigen Erdbeben heimgesucht - am Donnerstag wurde die benachbarte Provinz Hakkari von einem Beben der Stärke 5,4 erschüttert.

Die Region um Van erhält nun Hilfe aus dem In- und Ausland. Am Freitag soll eine mit Hilfsgütern beladene Maschine des Deutschen Roten Kreuzes im Erdbebengebiet eintreffen. Das Flugzeug hat 500 Zelte, 2.500 Decken und 14 Heizöfen an Bord. Viele Menschen, deren Häuser zerstört wurden, leiden zunehmend unter Schnee, Regen und den eisigen Temperaturen.

bim/Reuters/dpa

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.