Erdbeben in Indonesien Zahl der Todesopfer steigt weiter an

Nach den schweren Erdbeben auf der indonesischen Insel Sumatra steigt die Zahl der Todesopfer weiter an. Bisher wurden mehr als 80 Tote gezählt, Behördenvertreter befürchten jedoch, dass noch mehr Opfer gefunden werden.


Jakarta/Singapur - "Wir sind noch dabei, Opfer zu bergen, aber viele Straßen sind nicht befahrbar und die Telefonleitungen funktionieren nicht", sagte der Gouverneur von Westsumatra, Gamawan Fauzi. Die US-Geologiebehörde USGS registrierte zwei Beben nördlich von Padang im Abstand von zwei Stunden mit Stärken von 6,3 und 6,1. Die indonesische Meteorologiebehörde nannte jeweils 5,8 als Stärke.

Am stärksten betroffen war der Solok Distrikt, sagte der Gouverneur. Dort starben 19 Menschen. Zahlreiche Gebäude stürzten ein, Einwohner rannten in Panik auf die Straßen. Der Fernsehsender Metro zeigte ein Krankenhaus, aus dem Patienten und Personal rannten. Schüler saßen vor einer Schule auf dem Bordstein und weinten.

In Singapur bemerkten Tausende Menschen die Erdstöße. Mehrere Hochhäuser wurden vorübergehend geräumt. Auch in der Deutschen Botschaft, die im zwölften Stock des Singapore Landtower im Geschäftsdistrikt liegt, war der Erdstoß zu spüren. Das Gebäude sollte zunächst geräumt werden, sagte ein Sprecher.

US-Geologen registrierten das Beben etwa 30 Kilometer unter der Erdoberfläche. Das Epizentrum lag nach diesen Angaben etwa 50 Kilometer nordöstlich der Stadt Padang und rund 930 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Jakarta.

Indonesien liegt über dem sogenannten Feuerring am westlichen Pazifikrand, einer Region mit starker vulkanischer und tektonischer Aktivität. Am 26. Dezember 2004 hatte ein sehr starkes Beben eine Flutwelle ausgelöst, durch die rund 168.000 Menschen in Indonesien starben. Die meisten Opfer gab es in der Provinz Aceh im äußersten Westen von Sumatra.

jto/dpa/Reuters/AFP



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