Irak und Iran Einige Hundert Tote nach Erdbeben

Ein heftiges Erdbeben in der Grenzregion zwischen dem Irak und Iran hat mehr als 300 Menschen das Leben gekostet. Die Türkei schickt erste Hilfe in das Katastrophengebiet.

AFP/ ISNA

Ein Erdbeben hat die kurdischen Gebiete im Grenzgebiet von Iran und Irak so schwer erschüttert, dass zahlreiche Menschen getötet wurden. Mehr als 300 Menschen hätten ihr Leben verloren, teilte das iranische Innenministerium mit. Einige tausend Menschen wurden demnach verletzt.

Die irakischen Behörden meldeten acht Tote und rund 500 Verletzte. Die Behörden korrigierten die Zahl der Opfer nach dem Beben immer wieder nach oben. Sie könnte noch weiter steigen. Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim teilte mit, auch in einigen südosttürkischen Provinzen sei das starke Beben zu spüren gewesen. Dort gebe es aber keine Todesopfer oder Schäden. Die Türkei habe Hilfe in das irakische Erdbebengebiet geschickt.

Türkei hilft Erdbebenopfern

Zerstörter Supermarkt in Halabja, Irak
REUTERS/ Osama Golpy/ Rudaw

Zerstörter Supermarkt in Halabja, Irak

Ein erster Hilfskonvoi vor allem mit Medizin und Lebensmitteln sei auf den Weg gebracht worden, sagte Yildirim nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Die Türkei stehe an der Seite der Erdbebenopfer. Anadolu meldete, ein Frachtflugzeug der Armee mit einem Hilfsteam aus Bergungsexperten und medizinischem Personal sei ins irakische Süleymaniye in der Nähe des Epizentrums gestartet. Der türkische Rote Halbmond bringe außerdem Tausende Zelte und Decken in die Region.

Das Beben der Stärke 7,3 hatte sich am Sonntagabend rund 30 Kilometer südwestlich der Stadt Halabdscha im Nordosten des Irak ereignet.

Sarpol-e-Zahab im Westen des Irak nach dem Erdbeben
AP/ ISNA

Sarpol-e-Zahab im Westen des Irak nach dem Erdbeben

In Iran wurden mehrere Städte von dem Beben getroffen, darunter die Stadt Täbris. Besonders schwere Auswirkungen hatte es in den Städten Kasr-e Schirin sowie Asgaleh, wie die amtliche Nachrichtenagentur Irna berichtete.

Experten zufolge könnte es in den nächsten Tagen und Wochen noch zu Nachbeben in der Region kommen. "Diese Beben könnten durchaus noch die Magnitude 6 erreichen. Das kann ausreichen, um beschädigte Häuser einstürzen zu lassen", sagte Marco Bohnhoff vom Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam (GFZ). Insgesamt hätten sich die Spannungen in der Erdkruste in der Region nach dem Beben erhöht. Weitere starke Erdbeben in Nachbarregionen könnten die Folge sein.

Costa Rica: Beben der Stärke 6,5

Ein schweres Beben der Stärke 6,5 erschütterte auch Costa Rica. Zwei Menschen starben an Herzinfarkten in Folge eines Schocks, wie ein Sprecher des Sicherheitsministeriums örtlichen Medien sagte. Das Beben ereignete sich 16 Kilometer südöstlich des bei Touristen beliebten Badeorts Jacó in einer Tiefe von 19,8 Kilometern.

In der Hauptstadt San José wackelten Gebäude mehrere Minuten lang. Örtlichen Medienberichten zufolge war das Beben in weiten Teilen des Landes zu spüren. In einigen Gegenden fielen der Strom und das Handynetz aus. An einer Küstenstraße gab es nach Behördenangaben kleinere Erdrutsche, die den Verkehr behinderten.

fok/dpa/afp



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