Schweres Beben 50 Millionen Mexikaner spürten Erdstöße

Es war das schwerste Erdbeben in der Region seit 85 Jahren: Millionen Mexikaner haben die Auswirkungen zu spüren bekommen. Es gab schon 42 Nachbeben, die Zahl der Toten steigt.


Das schwere Erdbeben vor Mexikos Pazifikküste hat mindestens 15 Menschen das Leben gekostet. Das berichtet der Fernsehsender Foro TV unter Berufung auf Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto. Vor Journalisten sagte Peña Nieto demnach, dass zehn Menschen im Staat Oaxaca getötet worden seien, drei im Staat Chiapas und weitere zwei in Tabasco.

Laut Peña Nieto ist das Erdbeben das stärkste in der Region gemessene Beben seit 1932. Der Präsident gab die Stärke des Bebens vor der Pazifikküste mit 8,2 an. Rund 50 Millionen Menschen hätten in Mexiko die schweren Erschütterungen zu spüren bekommen, sagte Peña Nieto dem Sender Foro TV. Rund 1,5 Millionen Menschen waren ohne Strom.

Laut dem Präsidenten gab es bisher 42 Nachbeben. Das stärkste wurde mit 6,1 angegeben. Das Staatsoberhaupt warnte, dass Nachbeben bis zu einer Stärke von 7 möglich seien.

Storyful

Das Seismologische Institut hatte zunächst eine Stärke von 8,4 ermittelt. Beide Werte seien die bisher stärksten gemessenen Werte in Mexiko. Das Beben ereignete sich 137 Kilometer südwestlich von Tonalá im Bundesstaat Chiapas in einer Tiefe von 33 Kilometern.

Im Bundesstaat Tabasco starb ein Baby, weil ein Beatmungsgerät im Krankenhaus wegen eines Stromausfalls nicht mehr funktionierte, ein weiteres Kind wurde beim Einsturz einer Mauer getötet, teilte Gouverneur Arturo Núñez mit. In der Stadt San Cristóbal in Chiapas wurden zwei Frauen von Trümmern erschlagen. Häuser stürzten ein, rund 1,5 Millionen Menschen waren zeitweise ohne Strom.

"Gott, unser Herr, hat uns das Überleben geschenkt, das Beben war sehr, sehr stark", sagte Ricarda Jiménez Cordero der Nachrichtenagentur dpa. Die 70-Jährige wohnt in der besonders stark betroffenen Stadt San Cristóbal de las Casas im Bundesstaat Chiapas und erlitt einen Schock. Chiapas liegt an der Grenze zu Guatemala im Südosten Mexikos.

Hafenort wegen Tsunamigefahr evakuiert

Nach Angaben der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe ereigneten sich die zuvor stärksten Erdbeben in Mexiko am 3. Juni 1932 (Stärke 8,1) und am 19. September 1985 (Stärke 8,0). Letzteres kostete mehr als 9000 Menschen das Leben.

In Chiapas und im Bundesstaat Oaxaca riefen die Behörden die Bewohner in Küstennähe dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen, da mit einem Tsunami gerechnet werden musste. Die Tsunamiwarnung umfasste auch mehrere Staaten in Mittelamerika und Ecuador in Südamerika. Laut dem zuständigen Tsunami-Warnzentrum löste das Beben kleinere Tsunamiwellen von bis zu 70 Zentimeter Höhe aus.

Die Bewohner von Puerto Madero, einem Hafenort in der Nähe der Grenze zu Guatemala, seien vorsichtshalber in Sicherheit gebracht worden, teilte die Zivilschutzbehörde von Chiapas mit. Die Behörde veröffentlichte Bilder von der Evakuierung. Darauf war zu sehen, dass Bewohner in Lastwägen in Sicherheit gebracht wurden.

Nach Angaben lokaler Medien stürzte in der Stadt Matías Romero im Bundesstaat Oaxaca ein Hotel ein, über mögliche Opfer wurde aber zunächst nichts bekannt. Aus anderen Städten wurden ebenfalls Bilder eingestürzter Gebäude und von Autos, die von Steinbergen begraben wurden, verbreitet. Die Erdstöße waren auch im etwa 700 Kilometer entfernten Mexiko-Stadt sowie in anderen Bundesstaaten zu spüren. Dort kam es zu zahlreichen Stromausfällen.

Präsident Peña Nieto berief Krisensitzungen ein, "um die Lage zu überwachen, zu bewerten und um Maßnahmen zu ergreifen". Vielerorts rannten verängstigte Menschen auf die Straßen. In mehreren Bundesstaaten fällt am Freitag der Unterricht in allen Schulen aus, um die Gebäude auf Schäden zu überprüfen.

Die betroffene Region liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der immer wieder von heftigen Erdbeben erschüttert wird. Im Golf von Mexiko ist derzeit außerdem der Hurrikan "Katia" unterwegs. Eine Hurrikan-Warnung sei für Teile des Staats Veracruz ausgegeben worden, berichtete der Wettersender Hurricane News. Im Osten Mexikos könnte es am Freitag und am Wochenende zu heftigem Regen und Sturmböen kommen. Das Beben war auch in Mexikos Nachbarland Guatemala stark zu spüren und hatte dort eine Stärke von 7,7.

Epizentrum des Erdbebens
USGS/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Epizentrum des Erdbebens

Nach der Naturkatastrophe 1985 hatten die Behörden die Bauvorschriften verschärft - und ein Warnsystem eingeführt.


Anmerkung: Wir haben die Angabe zur Tiefe des Erbebens korrigiert.

asa/dpa/Reuters

Mehr zum Thema


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.