Erdbeben in Pakistan Zahl der Toten steigt weiter

Das schwere Erdbeben in der pakistanischen Provinz Belutchistan hat mehr Menschenleben gefordert als zunächst angenommen: Inzwischen hat sich die Zahl der Toten nach amtlichen Angaben auf mindestens 215 erhöht.


Wam - Das Erdbeben der Stärke 6,4 hatte die Bewohner einer verarmten Region im Grenzgebiet zu Afghanistan am Mittwoch im Morgengrauen überrascht. Am schwersten betroffen waren die Ortschaft Ziarat und acht Dörfer in der Umgebung.

In Zierat, einem ehedem bei Briten beliebten Ferienort, stürzten mehrere hundert Lehm- und Ziegelhäuser ein. Einige Häuser wurden von einem Erdrutsch verschüttet, der von dem Beben ausgelöst wurde.

Weitere Todesopfer seien zu befürchten, sagte ein Mitglied der Provinzregierung von Baluchistan, Zamarak Khan, am Donnerstag. Ganze Familien seien bei der Katastrophe verschüttet worden.

Tausende Überlebende warten unterdessen auf Hilfe. Im am schwersten betroffenen Dorf Wam waren in der Nacht zum Donnerstag noch keine Zelte für die Erdbebenopfer eingetroffen. Die Dorfbewohner kauerten sich bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt um Lagerfeuer und versuchten, in den Ruinen ihrer eingestürzten Lehmhäuser Schutz vor der Kälte zu finden. Praktisch alle Häuser des Dorfes in der verarmten Provinz Baluchistan waren bei dem Beben eingestürzt. Auch Schulen und Krankenhäuser sind beschädigt.

Schätzungen zufolge sind rund 46.000 Menschen in der Region obdachlos geworden oder auf Hilfe angewiesen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO kündigte die Entsendung von medizinischen Hilfsgütern und Nahrung für 50.000 Menschen an.

Pakistan war schon häufiger Schauplatz verheerender Beben, zuletzt im Oktober 2005, als bei einem Erdbeben der Stärke 7,6 im Nordwesten Pakistans rund 74.000 Menschen getötet wurden.

jdl/AFP/AP



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