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14. Februar 2009, 10:40 Uhr

Erdbeben-Panik in China

Militärübung treibt Tausende auf die Straße

Die Panik verbreitete sich schnell, als der Boden zitterte. Hunderttausend Menschen in Zentralchina flüchteten aus ihren Häusern und Hütten aus Angst vor einem Erdbeben. Dabei war alles nur eine Übung des Militärs.

Peking - Lautes Donnergrollen war zu hören, die Detonationen erschütterten die gesamte Region, der Boden zitterte. Die Menschen in Zentralchina flüchteten auf die Straßen, insgesamt rund hunderttausend Bewohner der Stadt Hengyang und der Nachbarorte Zhuzhou und Chenzhou, berichtet die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Sie fürchteten ein Erdbeben.

Militärparade in China: Eine Übung der Luftwaffe löste eine Massenflucht aus
REUTERS

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Die Nachricht von dem angeblich bevorstehenden Erdbeben habe sich am vergangenen Mittwochabend in Windeseile über Handys und Internet verbreitet. Tausende verängstigter Menschen hätten im Freien übernachtet, obwohl die Behörden immer wieder versicherten, dass keine Erdbebengefahr bestehe.

Denn es war dem Bericht nach eine Militärübung, deren Detonationen die Erde zittern ließen. "Ich habe in der Nacht mindestens 200 Anrufe bekommen", berichtete ein Dorffunktionär im Kreis Anren. "Jeder fragte, ob es ein Erdbeben gegeben habe." Bei ihm hätten allerdings auch die Fensterscheiben gezittert. "Viele Dorfbewohner haben ihre Betten auf die Straßen geschoben."

Offensichtlich seien die Menschen nach dem verheerenden Erdbeben in der südwestchinesischen Provinz Sichuan im Mai vergangenen Jahres mit mehr als 80.000 Toten viel wachsamer geworden, sagte ein anderer Funktionär. Details über das Manöver einer Luftwaffeneinheit aus Hengyang, das am Mittwoch begonnen hatte, wurden nicht genannt.

Einige Einwohner hätten aber erst am Freitag zur Rückkehr in ihre Häuser überredet werden können, und viele fühlten sich weiterhin nicht sicher.

otr/AP/dpa

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