Erdrutsch auf Rügen Helfer suchen wieder nach vermisstem Mädchen

Das Wetter ist besser geworden, ein Einsatz an der Stelle des Erdrutsches auf Rügen wieder möglich: Helfer haben die Suche nach der vermissten Zehnjährigen erneut aufgenommen. Hoffnung, das Mädchen zu retten, gibt es nicht.

DPA

Kap Arkona - Die Suche geht weiter: Drei Tage nach dem verheerenden Küstenabbruch am Kap Arkona auf Rügen haben Rettungskräfte am Donnerstagmorgen die Suche nach dem vermissten Mädchen wieder aufgenommen. Etwa 40 Personen von Feuerwehren aus Breege, Putgarten und Glowe seien an dem schwer zugänglichen Strandabschnitt wieder mit Spaten, Schaufeln und Stangen im Einsatz, sagte Feuerwehrleiter Daniel Hartlieb.

Das Wetter habe sich etwas gebessert. Es wehe ablandiger Wind, es regne nicht und das Wasser sei zurückgegangen, so dass der Einsatz verantwortbar sei. Zunächst graben die Helfer an einer Stelle, an der in den vergangenen Tagen die Suchhunde mehrfach angeschlagen hatten. Hoffnungen, die Zehnjährige noch lebend zu finden, gebe es aber nicht.

Helfer schauten sich am Mittwoch die Unglücksstelle von einem Boot aus an. "Wir sind danach zu dem Entschluss gekommen, die Arbeit wieder aufzunehmen", sagte Hartlieb. Die Retter wollten während der Arbeit den Steilhang wegen weiterer möglicher Erdrutsche ständig im Auge behalten. Das Seegebiet vor dem Kap wurde am Mittwoch auch nochmals von der Besatzung eines Feuerwehrbootes abgesucht.

Die Rettungsteams hatten am Dienstag nach 20 Stunden Einsatz die Suche nach dem vermissten Mädchen abgebrochen. Es gebe praktisch keine Hoffnungen mehr auf ein Überleben des Kindes, sagte der Vizelandrat von Vorpommern-Rügen, Lothar Großklaus. Zunächst hatte es geheißen, die Bergungsarbeiten sollten womöglich erst im neuen Jahr fortgesetzt werden.

Die Staatsanwaltschaft Stralsund hat inzwischen ein Vorermittlungsverfahren eingeleitet. Es lägen aber bislang keine Verdachtsmomente für eine Straftat vor, sagte ein Sprecher. Ermittlungen gegen die Mutter des Kindes schloss er aus.

Das Gelände ober- und unterhalb der Abbruchstelle ist inzwischen weiträumig abgesperrt und werde von der Polizei überwacht, sagte Putgartens Bürgermeister Ernst Heinemann. Die Sperren blieben mindestens bis zum Ende der Suchaktion bestehen. Die Mehrheit der Besucher am Kap halte sich an die Absperrungen. Es gebe bislang auch keinen Katastrophentourismus.

ulz/dapd/dpa

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