Erdrutsch Gigantische Steinlawine in den Dolomiten

Ein Tal versinkt im Staub: Eine enorme Steinlawine hat sich von einem Berg in den italienischen Dolomiten gelöst. Ob Menschen verletzt oder getötet wurden, ist noch unklar. Suchmannschaften sind unterwegs.


Bozen - Angaben des Zivilschutzes aus Bozen zufolge gibt es vermutlich keine Toten oder Verletzten. Jedoch werde es lange dauern, um endgültige Gewissheit über den Ausgang des Bergrutsches zu haben, sagten Carabinieri. Es hielten sich derzeit viele Touristen in der Region auf, hieß es.

Rettungsmannschaften sind mit Hubschraubern und Spürhunden im Einsatz. Jedoch gestaltete sich die Suche in den abgerutschten Felsmassen als schwierig, weil diese riesige Mengen Staub aufgewirbelt hatten.

"Man sieht überhaupt nichts mehr", sagte ein Augenzeuge. Zwei deutsche Touristen erklärten: "Die Szene glich dem Einsturz der Twin Towers in New York."

Die Geröllmassen seien am Morgen aus fast 2600 Metern Höhe vom Gipfel des Einser im Hochpustertal in Richtung Tal gestürzt, berichten italienische Medien. Ausgelöst wurde die Lawine wahrscheinlich durch eingesickertes Wasser, das gefror und den Felsen von innen sprengte. In den vergangenen Tagen habe es starke Temperaturschwankungen in dem Gebiet gegeben, hieß es.

Erdrutsche in den Dolomiten keine Seltenheit, sagte ein Geologe. Mit 60.000 Kubikmetern abgerutschter Felsmasse sei die Lawine aber besonders groß gewesen. Der 2698 Meter hohe Einser liegt im Fischleintal in Südtirol und gehört zusammen mit Neuner, Zehner, Elferkofel und Zwölferkofel zur sogenannten Sextener Sonnenuhr. Im Pustertal haben nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" schon der damalige Papst Johannes Paul II., Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bergsteigerlegende Heinrich Harrer Urlaub gemacht.

jjc/ffr/dpa



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